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Fernweh – Kurzstreckenweh?

Beim momentanen Wetter hier, Regen, Regen, Regen und es wird nicht mal wirklich hell, setzt das Fernweh ein. Allerdings ist mein „fern“ gar nicht so weit weg, sondern nur eine Autofahrt entfernt oder einen Kurzstreckenflug. Wenn ich andere Blogs lese, Bali, Australien, Hawaii, da zieht es mich gar nicht hin, zu warm, zu fremdes Klima und zu weit weg, mein Limit ist schon der Flug nach Kreta (wunderbare Insel), meine Erholung ist nach langer Rückreise immer schon dahin (abgesehen vom Flughafen Heraklion, der neben Paris Charles de Gaulle meine alleine Hassliste der Flughäfen toppt). Ich möchte nach Irland, mein gefühltes Zuhause. Meine Welt ist klein, ich bevorzuge Länder, in denen ich die Landessprache spreche, nicht erst seit den Kindern, aber besonders seitdem. Bei der aktuellen politischen Situation werden auch einige Ziele sicher nie auf unserer Liste stehen, die Türkei soll wunderschön sein, aber dort hin? Momentan nein.

Wir sind am 22.3.2016 nach Irland geflogen. Eigentlich von Brüssel. Kerry, die Weite und Leere und das ländliche waren nach dem Schock genau das Richtige. Alles war so weit weg, der Terror, Europa (die Iren nennen das Festland „Europe“), die Kinder waren dort genauso glücklich wie ich. Im Gegensatz zu uns interessierte sie zwar die atemberaubende Landschaft nicht weiter, aber sie liebten das Ferienhaus, die Ausflugsziele, das irische Kinderfernsehen. Irland ist optimales Reiseziel mit Kindern. In Irland haben immer noch viele wie es das Klischee sagt, viele Kinder. 3 Kinder sind völlig normal und alles ist darauf eingestellt.
Anders als in Deutschland gibt es Einkaufswagen mit 2 Kindersitzen, Hotelzimmer für 5 Personen, man kommt sich nicht exotisch vor, sondern einfach mal ganz „normal“. Egal, wo wir hin sind, wir kamen uns nie als Störfaktor vor mit unseren Jungs.

Irland ist eben kein Badeurlaub. Es gibt tolle Strände, wir hatten einen Sandeimer und drei Schaufeln dabei, die Jungs spielten barfuß und mit Fleecejacken. Das Vorurteil, dass es dort immer regnet, kann ich nicht bestätigen, hier regnets mehr und besonders ausdauernder. In Irland regnet es auch fast jeden Tag, aber man hat ungefähr alle Jahreszeiten innerhalb eines Tages, dann regnet es eben 10 Minuten, aber dann scheint die Sonne. Man sollte nur nie das Haus ohne Schirm oder Regenjacke verlassen.

Da wir Ostern dort waren, haben wir auch eine ganz tolle traditionelle Veranstaltung mitgenommen.  Eine Easter Egg Hunt im Park, man zahlt Eintritt, dann suchen alle Kinder im Park versteckte Obst- und Gemüsestücke, die sie später gegen Süßigkeiten tauschen können. Auch hier war man total nett zu den Kindern, eine Spaziergängerin mit Hund fand ein Stück Grapefruit und gab es unserem Großen. Alles bei strahlender Sonne, die Kinder hatten so einen riesigen Spaß. Sie fragen sowieso andauernd, wann wir endlich wieder nach Irland fahren. Wir Erwachsenen haben einfach jeden Tag diesen traumhaften Ausblick genossen, die Weite, das Meer, die saubere Luft.

In Irland beginnt die Saison erst im Mai, bis dahin und ab Oktober sind die Preise sehr human, ohne unseren Hotelaufenthalt in Dublin im Anschluss, haben uns Flüge, Mietwagen und Ferienhaus das gleiche gekostet, wie unser bevorzugtes Ferienhaus in Holland für eine Woche. Einkaufen ist in Irland inzwischen nicht mehr wirklich teurer als in Deutschland, wenn man nicht nur Importprodukte kauft. Das Ferienhaus war riesengroß mit 3 Schlafzimmern, 3 Bädern und 2 Wohnzimmern.

Besucht haben wir unter anderem das Ross Castle in Killarney (es lohnt sich immer die Heritage Card), die Titanic Experience und das Highlight, die Skellig Chocolate Factory, wo man so viel Schokolade probieren darf (und zuviel Geld ausgibt). Außerdem waren wir öfter am Strand, für die Großen ist Urlaub = Strand. Das Ferienhaus haben wir über Trident gebucht.

Was man aber beachten muss, es ist sehr ländlich und Handynetz ist teilweise Glückssache, ganz zu schweigen von LTE Empfang, man kann manchmal froh sein, wenn man überhaupt erreichbar ist. WLAN ist bei Hotels inzwischen üblich, bei Ferienhäusern eben nicht. Also eher ein offline-Urlaub. Kindle vorher mit Büchern laden und eine konventionelle Landkarte schadet auch nicht.

Wir hoffen, dass wir dieses Jahr auch wieder dort hin fliegen, bisher sind nur 2 Wochen im Sommer in Holland fest gebucht. Denn grade bräuchte ich einfach die Auszeit und Ruhe und dieses schönste kleine Land ist einfach mein Zuhause, seit ich das erste Mal zur Sprachschule in Dublin geflogen bin. Das Erasmusjahr im Studium hat das noch mal sehr vertieft. Dublin ist meine Stadt. Umso größer die Freude, dass unsere Kinder es genauso liebten und andauernd fragen, wann wir endlich wieder in Irland sind.

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