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Die Sache mit dem gemeinsamen Essen

Familienalltag zeigt sich bekanntlich oft entfernt von den Idealen, die man irgendwann mal hatte. Eigentlich lege ich großen Wert auf gemeinsame Mahlzeiten aller anwesenden Familienmitglieder im Normalfall rund um den Esstisch. Man isst zusammen, man erzählt von seinem Tag, die Kinder machen Quatsch und man verbringt Zeit zusammen. Eine Mahlzeit als Familie ist für mich mehr als nur Essen. Oft sind noch Besucherkinder hier, so dass wir in noch größerer Runde um den Tisch sitzen. Mal gibt es Brot oder Brötchen, aber oft koche ich frisch.

Jetzt als Kontrast die Realität. Highlight ist für die Kinder, wenn sie mal vor dem Fernseher essen dürfen, oft am Wochenende, wenn wir zusammen einen Film schauen oder sie ihre Lieblingssendungen schauen (ganz angesagt ist neben Furchester Hotel grade der Dino-Zug). Mittags ist aber das größere Problem. Unser Großer kommt aus der Schule und will eigentlich nur eins: Ruhe und Tür zu. Alleine sein. Er erzählt auf dem Heimweg von der Schule, aber zuhause mag er dann einfach keinen mehr sehen. Daher bedeutet Mittagessen hier immer öfter, versetztes Essen, der Mann bleibt auch teilweise am Schreibtisch und ich bringe ihm einen Teller mit Broten. Der Große liebt es, ein Tablett zu bekommen, darauf ist dann sein Mittagessen. Er stellt es auf den Boden und isst beim Spielen. Optimal? Nein, ich denke nicht. Aber ihm tut es gut. Also ist es für ihn das Richtige.

Trotzdem fällt es mir schwer. Immer hört man, wie wichtig die Mahlzeiten zusammen sind, als Familie zusammen sitzen. Ich finde das selbst auch, aber ist es wirklich so schlimm? Ist es besser, wenn jemand unwillig und ruhebedürftig an den Familientisch gezwungen wird? Sicher nicht. Essen hat eine soziale Funktion, wird aber von ihm mittags nicht als positiv empfunden.

Bezüglich vor dem Fernseher essen ist meine momentane Lösung, dass es Obst gibt. So essen sie mehr Obst, der Große isst ohnehin gern Obst, der Mittlere eher notgedrungen.  Beim Fernsehen ist aber so eine Schale mit Apfel gefühlt viel schneller leer, daher überwiegen dabei für mich die Vorteile . Und mal ehrlich, essen wir nicht auch alle gern mal Chips oder Pizza vor dem Fernseher? Also dürfen die Kinder das manchmal auch. An Tagen, wo ich mit allen drei Kindern Abends alleine bin, sowieso. Das macht es für mich stressfreier.

Wie ist es bei euch? Sind Prinzipien in Stein gemeißelt? Und wo zeigt der Alltag, dass Dinge einfach anders laufen und gut tun als man sich das vorstellt?

4 Kommentare zu „Die Sache mit dem gemeinsamen Essen

  1. Hallo Denise, erst mal ein ganz großes Lob für deinen Blog! Ich lese gerne von eurem Familienleben und ich finde du hast oft tolle Ideen um den Alltag etwas leichter und schöner zu machen. Deine Reiseberichte haben mir auch sehr gut gefallen und davon dürfte es in Zukunft auch gerne noch mehr geben 🙂
    Beim Thema gemeinsame Mahlzeiten ist es bei uns ähnlich wie bei euch. Es entwickelt sich immer mehr dahin, dass jeder für sich zu einer anderen Zeit und an einem anderen Ort isst.
    Mein Sohn (3) darf auch öfter mal etwas vor dem Fernseher/ IPad essen. Ich habe deswegen eigentlich ein schlechtes Gewissen aber manchmal brauche ich auch einfach Zeit um Dinge zu erledigen. Bisher gilt bei uns wenigstens die Regel dass es dabei keine Süßigkeiten gibt. Am bedenklichsten finde ich daran eigentlich auch nur die Kopplung von Essen und „Rumhängen“. Ich versuche das Thema weiter im Auge zu behalten. Aber aus eigener Erfahrung würde ich auch sagen dass das Vorbild der Eltern am meisten Einfluss auf die Kinder hat, sogar mehr als die Regeln die aufgestellt werden. Ich hoffe also am Ende übernehmen sie eher das was wir ihnen vorleben und nicht unbedingt die Ausnahmen mit denen wir selbst nicht ganz so glücklich sind. LG Christina

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  2. Bei uns isst der Sohn in der Schule, da meine Arbeitszeiten variieren. Er findet es großartig, da er mit seinen Freunden isst. Schulessen ist ok, ich passe das Schulfrühstück aber entsprechend an und abends essen wir grundsätzlich gemeinsam. Und am
    Wochenende kochen und essen wir grundsätzlich gemeinsam!

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  3. Da mein Mann Schichtdienst hat klappt es bei uns leider auch nicht immer mit dem gemeinsamen Essen am Tisch, vielleicht 2-3× die Woche. Wenn Besucherkinder da sind wird auch am Tisch gegessen. Aber sonst gibt es bei uns auch mal was im Garten, oder eben auch Mal vorm Fernseher (das mit mehr Obst und Gemüse klappt bei uns nämlich auch, auch wenn ich mich da nicht beschweren kann).
    Habe auch oft ein schlechtes Gewissen wenn man liest andere machen das jeden Abend, und ich gestehe das es morgens wenn die Zeit drängt auch einfach mal ein Nutellabrot in die Hand auf dem Weg zum KiGa gibt… im Kiga gibt es dann eh nochmal ein gesundes Frühstück das sie sehr gerne isst.

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  4. Da war ich der Meinung, geantwortet zu haben, aber vermutlich habe ich mal wieder vergessen, dass ich das auch Absenden muss. Ich finde es sehr interessant, dass das bei vielen Eltern Gewissensthema ist und dass eben alle da für sich Kompromisse finden müssen. Ideal und Realität weichen eben manchmal sehr ab.

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