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3 Kinder – „war das etwa geplant?!“

„Drei Kinder! War das etwa geplant?!“ begegnet uns öfter als Frage. Die Antwort ist ein deutliches JA! natürlich sind sie geplant und gewünscht. Aber selbst, wenn sie es nicht gewesen wären, auf was für Fragen manche Leute so kommen. Noch toller ist nur eine Reaktion einer älteren Dame in der Strasse gewesen, auf die Frage, ob das dritte Kind auch ein Junge würde „furchtbar“. Weder fühlen wir uns mit drei Kindern noch mit drei Jungs irgendwie schlecht, sondern das Gegenteil: gesegnet. Wir dürfen das unglaubliche Glück erleben, drei Kinder zu haben. Dass unser Alltag teils chaotisch und improvisiert abläuft, ist eben Teil des Lebens. Aber mal von Anfang an. IMG_6739

ffeec-img_1261Schon in den ersten Tagen unserer Beziehung, als man anfing, Zukunftspläne zu vergleichen, ob es eine Zukunft hat, verkündete mein noch frischer Freund, dass er gern drei Kinder hätte. Also, Kinder, klar, für mich war immer klar, dass ich gern Kinder möchte. Aber über eine Anzahl hatte ich mir wenig Gedanken gemacht und wenn, so eins oder zwei? Dazu kommt meine Krankengeschichte, mir war bewusst, dass es mit meinem Diabetes nicht so einfach sein würde.

Spulen wir ein paar Jahre vor. Zunächst möchte man schließlich ein Kind, dies liess aber eben deutlich länger auf sich warten, als erhofft. Um uns herum bekamen also die ersten Kinder. Nach ziemlich exakt zwei Jahren und einigen Arztbesuchen und einem weiteren Punkt in meiner Krankengeschichte, war dann der Schwangerschaftstest positiv und nach einer unproblematischen, aber risikoreichen Schwangerschaft  bekamen wir im September 2009 unseren Großen. Da er von Anfang an ein ziemlich unkompliziertes Baby war und unsere Schlaf-Gene hatte (es glaubte keiner, dass er durchschlief, der es nicht erlebt hatte), wollten wir gern ein zweites Kind. Da es bei ihm so lang gedauert hatte, haben wir die von der Ärztin empfohlene Pause nach dem Kaiserschnitt eingehalten und es dann wieder darauf angelegt. Beim zweiten Kind dauerte es „nur“ etwa 1,5 Jahre. Leicht schwanger wurde ich nie, aber ich bin unendlich dankbar, dass ich anders als viele meiner Freundinnen keine Fehlgeburten hatte, diese sind nämlich viel häufiger als man so denkt. Im Sommer 2012 wurden wir also das zweite Mal Eltern. Nr. 2 war auch relativ unkompliziert, sein Bruder war aber noch unanstrengender. Da auch dieses Kind prima schlief (ich bin ohne Schlaf ungenießbar), war unser Leben gut eingespielt und zwei Kinder zu haben, war einfach toll. Je größer der Kleine wurde, desto mehr beschäftigten die Kinder sich auch miteinander. Natürlich gibt es auch wirklich anstrengende Phasen, wenn einer krank ist, dazu ist unser (nun) Mittlerer ein ziemlicher Sturkopf und wir haben etliche Kämpfe ausgefochten, unser Großer ist vom Charakter her vor allem lieb, was aber eben nicht immer leicht ist, da er sehr sensibel ist. Er macht uns keine Probleme, aber eben manchmal wirklich Sorgen.

Fernweh - Kurzstreckenweh?Irgendwie war da aber immer noch der Wunsch bei uns da. Nicht mehr so dringlich wie bei den Großen, aber immer dieser Gedanke, dass es doch ganz schön wäre und irgendwer in unserer Mitte fehlt. Diesmal war alles entspannter, denn ein drittes Kind war für uns ein Bonus. Nach 13 Monaten fühlte ich mich eindeutig schwanger, was der Test dann auch bestätigt hat. Abgesehen vom Diabetes lief alles normal, mir machte nur am Ende der heiße Sommer wirklich zu schaffen, zum Glück gab es viel Unterstützung. Denn das merken wir, bei drei Kindern ist ein Netzwerk und Hilfe wirklich ein Kriterium. Natürlich ginge es auch ohne, aber die Hilfe, besonders durch die Oma, macht uns das Leben viel leichter und bringt den Kindern viel. Nach einem wieder sehr unproblematischen Kaiserschnitt waren wir also zu fünft.

IMG_6738Leben mit 3 Kindern, was ist denn so anders? Irgendwie alles. Erstens, was wir nicht bedacht haben, wir haben hier mehr kleine Menschen als Erwachsene im Haus. Rational war das nicht unbedingt die allerschlaueste Idee. Als erstes brauchten wir aber ein neues Auto, da wir unter keinen Umständen drei Kinder in unserem Golf Variant hätten gut sichern können. Also erste Anschaffung. Unsere alte Wohnung hatte 4 Zimmer, also ein Zimmer zuwenig. Zu unserem Glück konnten wir verkaufen und eine andere Wohnung kaufen, die wir vom Grundriss umgestalten konnten und die noch 30m2 Ausbaureserve in Form eines Apartments hat. Was auch auffällt, beim ersten Kind konnte man den ganzen Alltag auf das Kind flexibel planen. Das zweite Kind musste schon mehr mitlaufen, aber da war der Große noch nicht im KiGa, also gingen die ersten Monate auch noch sehr flexibel. Außerdem musste nur ein Kind relativ unverbindlich von A nach B gebracht werden. Immerhin waren wir beim dritten Kind in Oma-Nähe. Das dritte Kind muss mitlaufen. Es kann eben keine Rücksicht auf Schlafzeiten etc. genommen werden, grad in den ersten Monaten wars logistisch oft eine Herausforderung, Milchflasche, Abholzeiten und Co. zu koordinieren und dann kam gern noch eine Stinkewindel dazu. Schule und KiGa enden aber zu einer bestimmten Uhrzeit, die Kinder müssen abgeholt werden, und man muss auch pünktlich da sein. Inzwischen geht der Große alleine zur Schule und trifft auf dem Weg seinen Freund, das ist eine immense Erleichterung, denn vorher war es jeden Tag eine logistische Herausforderung. Absoluter Super-GAU sind kranke Kinder. Sie stecken sich gegenseitig an und brauchen eben alle Aufmerksamkeit, ist ja logisch, man möchte sich kümmern. Auch da ist die Oma immer unsere Rettung. Unser Kleinster ist absoluter Oma-Freund, das erste Lächeln galt Oma und „Hma“ war eins seiner allerersten Wörter. Was mir vorher nicht bewusst war: das dritte Kind sind mehr als 1/5 mehr dreckige Wäsche, sondern es macht uns anderen eben mit schmutzig. Wieviel ich mal Waschen (Aufhängen, Abhängen, Auffalten und Wegräumen) würde, war mir vorher nicht klar, zur Kleidung kommen auch Handtücher, Bettwäsche und alles mögliche. Mehr Unordnung machen drei Kinder ohnehin, dabei bin ich definitiv keine Putzfee und hab auch keinen Ordnungsfimmel. Dazu kommt eben der logistische Aufwand, die Kinder sollen weiter ihren Interessen nachgehen, der Kleinste geht in den Spielkurs, der Mittlere hat neben dem KiGa Turnen und bald Fußball, Musikschule läuft über den KiGa, außerdem manchmal Junior Uni, der Große hat viele Interessen, Gitarre, Harfe, Fußball und oft Kurse an der Junior Uni und dazu treffen alle ihre Freunde, besuchen sie (also Kind hinbringen) oder sie kommen her, sehr oft sitzen hier mehr als 3 Kinder am Tisch, wenn ein Kind Besuch hat, kann man aber nicht das andere Kind irgendwo abliefern. Urlaubsplanung oder Hotelplanung oder allein das Buchen von Flügen und Mietwagen ist ebenfalls eine Herausforderung. Zumindest in Irland sind 3 Kinder keine Seltenheit, da gibts auch Familienzimmer für 5 Personen, aber bei unserer nächsten Reise mussten wir in einem Hotel zwei getrennte Zimmer buchen und müssen gucken, wer wo schläft. Bei uns im Freundeskreis und im Kindergarten haben viele Familien drei Kinder, hier sind wir weniger exotisch. Im Urlaub waren wir zu zwei Familien mit insgesamt 6 Kindern unterwegs. Überhaupt fiel mir in Holland auf, dass die Tendenz zum dritten Kind zu gehen scheint. 98ba1-img_0719

Manchmal sind eben auch noch weitere Dinge wie Kinderarztbesuche oder Bastelnachmittag in der Schule oder ähnliches. Da ist wieder die Oma unser Glücksfall, weil sie, wenn der Papa nicht kann, die anderen Kinder oder einen Weg übernimmt und so alle Kinder auch Exklusivzeit haben können. Denn mal Teilen sollen sie, trotzdem soll jedes Kind genug Aufmerksamkeit und Priorität bekommen, was mal gut und mal weniger gut glückt.

IMG_6737Das klingt jetzt irgendwie nach Jammern, dabei will ich gar nicht Jammern, sondern es ist auch ein kleines WMDEDGD (Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?). Wir haben es uns so ausgesucht und auch wenn es manchmal doch anstrengend ist, ist es eine gewünschte und wunderbare Bereicherung. Wir lieben diese drei kleinen Menschen, auch wenn sie uns manchmal an unsere Grenzen bringen oder diese Grenzen in Schutt und Asche legen. Sie sind spannend, hinreissend und wunderbar, unser Alltag ist geprägt von Lachen und schönen Momenten, natürlich haben wir auch mal Konflikte und Streit. Außerdem werden sie so schnell groß, diesen Urlaub konnten der Mann und ich wirklich entspannt in der Strandmuschel liegen und die Kinder haben sich zu dritt beschäftigt. Durch den großen Altersabstand von je etwa 3 Jahren helfen auch die Großen mit, ich kann mal kurz etwas erledigen und sie spielen zusammen und die Großen haben etwas ein Auge auf den Kleinen. Sie sind auch grandios im Dolmetschen von Kleinkindsprache und sie lieben sich gegenseitig sehr, was eben auch so schön anzusehen ist. Es ist ein großes Abenteuer und es gibt gruselige Tage, aber eben auch so viele tolle Tage oder zumindest „okaye“ und wunderschöne Momente, wenn wir alle zusammen sind, Dinge erleben oder uns zu fünft in unserem Bett durchkitzeln und die Kinder uns beklettern. Ich mag die gemeinsamen Mahlzeiten, wenn wir alle um den Esstisch sitzen und zusammen lachen, wenn wir zusammen im Urlaub sind oder im Zoo, lustige Gespräche führen und zusammen sind. Überhaupt finde ich unser Leben und unsere Familienzeit schön. Man merkt aber deutlich, wenn mal ein Kind ausser Haus ist, es ist extrem viel ruhiger hier, die Brüder vermissen sich aber auch gegenseitig. Zu fünft sind wir aber nun komplett. 

Wie ist Eure Familienzusammenstellung? Habt Ihr es Euch so vorgestellt oder hat das Leben einfach entschieden?

7 Kommentare zu „3 Kinder – „war das etwa geplant?!“

  1. Ich hätte gern 4 Kinder gehabt. In meiner Vorstellung findet da immer jemand einen Spiel- oder Gesprächspartner oder auch einen großen Pool Menschen um sich gegen andere zu verschwören. 😉
    Aber das Leben hatte andere Pläne. Erste Schwangerschaft mit 32 war definitiv zu spät dafür. Nun habe ich 2 (+2 im Herzen) und bin happy und ausgelastet.

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  2. Ich lese deine Berichte aus dem Leben mit Kindern ja immer super gerne! Was mich noch interessieren würde, deine Jungs haben immer so tolle bunte Klamotten an, hast du da ein paar Einkaufstipps, wo man solche findet? Ich verzweifel hier ein bisschen an hellblau, grau, braunen Jungsklamotten…
    LG
    Iris

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    1. Hi, also online kannst Du bei Jaettefint, Funky4Kids oder Minifink gucken oder Du schaust bei Maxomorra, welcher Händler in der Nähe ist? Generell tragen sie recht viele nordische Marken, Maxomorra, Villervalla, Lego Wear, Trollkids und anderes. Tragwerk gibt es leider nicht mehr, Okomoi hat auch tolle Sachen, das sind deutsche Labels, sowie Loud+Proud. Ausserdem nähen die Oma und meine Cousine, die Jungs mögen. ämlich lieber bunte Sachen oder wie mein Großer sagt „kräftige Farben“. Liebe Grüße!

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