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Grundschule und Notenvergabe – der Leistungsdruck an Grundschulen

img_9219Unser Großer geht inzwischen in die 3. Klasse seiner Grundschule, hier in NRW hat man keine Wahl, daher wurde er mit 5 eingeschult und wurde erst in der 1. Klasse 6, entsprechend ist er in der 3. Klasse grade 8 geworden. Bekanntlich halte ich davon absolut nichts, weil bei Schuluntersuchungen nur auf physische und kognitive Probleme geschaut wird und weder Elternwunsch noch emotionale Reife eine Rolle spielen. Bei der Schule haben wir eine Vorauswahl getroffen und die Schulen besichtigt, letztendlich durfte der Große sich aber seine Schule aussuchen, da gegen keine der Schulen etwas sprach und für uns jede Schule Vorteile und Nachteile hatte. Er hat sich dann sehr deutlich für seine Schule entschieden, vermutlich auch, weil seine Freundin auf die gleiche Schule gehen sollte. Natürlich hatten wir vorher geschaut, welche Schulen einen guten Ruf haben und uns informiert, daher fielen einige Schulen für uns ohnehin eigentlich schon raus. Seine Schule ist bekannt für ihr gutes Niveau.

IMG_8321Aber genau das hohe Niveau ist eben Segen und Fluch zugleich. Wunderbar ist das gesamte Personal und ihr Engagement, selten fällt Unterricht aus und es gibt so viele tolle Aktionen und es findet wirklich ein aktives Schulleben statt. Auch gibt es eine Schulsozialarbeiterin und es wird auf ein Miteinander wert gelegt. Sie lernen auch wirklich viel, ich bin immer wieder beeindruckt, was er weiß und kann und bin begeistert, wie abwechslungsreich Unterricht heute ist, es erinnert kaum mehr was an meine Grundschulzeit. Gleichzeitig waren wir schon beim Info-Elternabend etwas verwundert über die Anforderungen und Notenvergabe. Es wurde Prozentzahlen genannt, wofür es in den benoteten Tests und Arbeiten dann welche Note geben würde. Da es Schulinterna sind, werde ich die Zahlen hier nicht posten.

img_4373Als bei meinem Großen nach ein paar Wochen der Division noch nicht ganz der Knoten geplatzt war, wie das funktioniert, habe ich unter Freunden nach netten Apps gefragt, womit er üben kann, es aber eben auch Spaß macht. Völlige Irritation, ihre Zweitklässler hatten (an anderen Schulen und teils in anderen Städten) noch gar keine Division. Ein guter Tipp war übrigens die passende App zum Mathebuch und relativ schnell hat er das Prinzip verstanden. Mathe ist nämlich „sein Fach“, in Deutsch liest er sehr gern, aber er schreibt ungern und nicht immer sauber und so viel Spaß macht es ihm nicht. Seine Mathehausaufgaben sind fast immer richtig, ich gucke nur stichprobenartig durch und finde nie was zu korrigieren. Sein absolutes Lieblingsfach ist Sachkunde, was aber auch am Lehrer liegt, ein junger und toller Lehrer, der mit ihnen Experimente macht und sehr realitätsnahen Unterricht. Aber er hat generell wirklich tolle Lehrer, seine Klassenlehrerin ist kompetent, hochmotiviert und sympathisch.

img_5642Nun gibt es in der 3. Klasse aber benotete Klassenarbeiten und das nicht wenige. Letzte Woche haben sie in einer Stunde eine Deutscharbeit geschrieben und danach die von davor zurück bekommen (damit keiner nach einer Enttäuschung über die Note danach sofort eine neue Arbeit schreiben muss, laut meinem Großen). Bei den Klassenarbeiten läuft es nicht optimal, er schreibt 3en und einmal eine 4, obwohl er Mathe eigentlich kann. In Mathe liegt es meistens daran, dass er eine oder zwei Aufgaben nicht durchgelesen hat und dann eben bei der Lösung das Falsche rechnet oder hinschreibt, in Deutsch hat er bei der letzten Arbeit bei Aufgabe 9 und 10 den gleichen Satz als Antwort geschrieben. Eine 3 ist keine schlechte Note, im Gegenteil. Aber eben ärgerlich, wenn es eigentlich das beste Fach ist und man es richtig gut kann. Was mir aber besonders auffällt, ist eben, wie die Noten vergeben werden, also wieviel Leistung erbracht werden muss. Als er in Mathe seine erste 3+ geschrieben hat, habe ich mit Lehrerfreunden (alles NRW, wir sprechen hier nicht von Bayern) gesprochen, an anderen Schulen wäre das noch eine 2 gewesen, bei einer Freundin sogar eine 1-. Und das finde ich für mein Kind eben schade, er kann Dinge, lernt und weiß viel und seine Noten sind halt okay, aber nicht toll.

Schulranzentest Ergobag Cubo & Ergobag Pack VergleichDaher haben wir neulich darüber gesprochen. Dass er an einer anspruchsvollen Schule ist, sie dort aber wirklich richtig viel lernen und das gründlich, sie vertiefen Themen, es fällt kein Unterricht aus und das Wissen geht in die Tiefe, es werden nicht nur Themen gestreift, die im Lehrplan stehen, wie an einigen Schulen, wo sehr viel Unterricht ausfällt. Bei uns fielen selbst bei einem kurzzeitigen personellen extremen Engpass kaum Stunden aus. Außerdem ist er eben noch sehr jung und der Druck mit ständigen Arbeiten und dann harter Benotung ist aus unserer Elternsicht heftig. Ich habe ihn also gefragt, ob er lieber in die zweite Klasse zurück würde, in die Klasse seines besten Freunds zum Beispiel und dann nochmal ohne Benotung in Ruhe lernen, er hielt von der Idee gar nichts, er sei gern in der 3. Klasse. Außerdem fragte ich, ob es ihm lieber wäre, in eine andere Schule zu gehen, wo man vielleicht weniger lernt, er aber für sein Wissen  und Können dann bessere Noten bekäme, also eher 1en und 2en und es leichter wäre. Seine Entscheidung war eindeutig, er möchte lieber mehr lernen. Mit seinen Noten ist er zufrieden, aber er möchte immer mehr wissen. Damit ist das Thema geklärt.

img_1545Als Eltern sind wir trotzdem zwiespältig. Unser Sohn ist kein Überflieger, er ist ein intelligenter und liebenswerter Junge, der seine Talente und Interessen hat. Er ist an einer guten Schule und lernt dort wahnsinnig viel und hat ein tolles Lernumfeld. Aber er wird eben knallhart bewertet und sein erstes Zeugnis mit Noten wird vermutlich nicht wirklich toll, in seinem mit besten Fach wird ziemlich sicher „befriedigend“ stehen und nicht „gut“, während andere Kinder an anderen Schulen für die selbe Leistung oder weniger richtig tolle Noten bekommen. Besonders, da unsere Schule wohl im Umfeld alleine mit dieser strengen Bewertung steht. Andererseits hört man eben auch, dass die Schüler unserer Grundschule auf der weiterführenden Schule gut da stehen und ohne große Mühe mitkommen. Unser Sohn hat entschieden, für ihn zählt das Wissen, was wir natürlich gut finden. Aber sind so harte Bewertungen im Grundschulalter sinnvoll? Warum gibt es da auch keine einheitliche Vorgabe? Wie ein Vater neulich zu mir sagte, Klassenbester an Schule XY bringe einem gar nichts, da das Niveau so niedrig sei und man dann trotzdem weniger könne als die Schüler anderer Schulen. Die Frage ist auch, wie wichtig ist es für Kinder, dass sie für ihre Leistung positives Feedback bekommen, und auch in Notenform? Ist es überhaupt wichtig?Fernweh - Kurzstreckenweh? Die Klassenlehrerin schreibt immer etwas nettes und konstruktives unter die Arbeit. Im Endeffekt zählt ein glückliches Kind. Trotzdem merken wir eben auch die Belastung und den Stress. Aber auch, wie wahnsinnig viel er kann und weiß und wie nett es bei ihnen in der Schule ist. Unser Mittlerer hat sich die gleiche Schule ausgesucht, für ihn ist es selbstverständlich, dass er dort zur Schule gehen möchte, weil da sein Bruder und seine Freunde sind. Nun hoffen wir natürlich, dass er dort angenommen wird, wie immer gibt es mehr Bewerber als Plätze. Wenn man die Medien verfolgt, ist eben oft von Leistungsdruck und sogar Üben und Nachhilfe in der Grundschule die Rede, was zur meiner Schulzeit nicht existent war. Da war Grundschule sehr locker und man hat natürlich viel gelernt, aber auch die Notenvergabe war nicht zu hart. In Foren und bei Facebook liest man, wie Eltern den Kindern die Hausaufgaben machen und mit ihnen für Arbeiten lernen. Hier ist es kein Thema, für eine Arbeit extra zu üben oder seine Hausaufgaben zu machen. Wenn er Aufgaben nicht oder nicht in der vorgegebenen Zeit schafft, schreibe ich der Lehrerin eine Notiz. Er bekommt Hilfestellung, wenn er fragt, aber eben nur Hilfe zur Selbsthilfe, ich mache hier keine Hausaufgaben, seine Lehrerin soll auch das Feedback bekommen, wenn er etwas wirklich nicht können sollte. Daher, meine und unsere Gefühle sind da ambivalent, welcher Weg sinnvoll ist. Denn, spätestens ab 5. Klasse ist der Leistungsdruck ohnehin da, wenn man in konventionellen Schulformen bleibt.

18631-img_8816Wie ist Eure Erfahrung mit der Grundschule? Leistungsdruck oder verlängerter Kindergarten und wie steht Ihr überhaupt dazu? Ist es sinnvoll und die Kinder sollten viel lernen und dafür dann anhand von Noten bewertet werden? Oder habt Ihr eine alternative Schule ohne Noten gewählt? 

PS: Sorry, die Fotos sind teils aus älteren Beiträgen, da ich für dieses Thema keine passenden Bilder hatte.

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6 Kommentare zu „Grundschule und Notenvergabe – der Leistungsdruck an Grundschulen

  1. Es ist schwierig!
    Unser Sohn ist auch in NRW in der 3. Klasse, strenge Schule mit gutem Ruf, tolle Lehrer.

    Bei uns werden in Deutsch und Mathe je 4 Arbeiten pro Halbjahr geschrieben, in Englisch, Sachunterricht, Religion und Musik je 2 Tests.

    Bei uns gibt es 5en und 6en, nicht viele, aber ich kenne das aus der Grundschule nicht. Unser Sohn läuft momentan zwischen 1 und 2, ohne großen Druck zu spüren. Ich lege Wert darauf, dass die Hausaufgaben ordentlich gemacht werden, er legt einen ordentlichen eigenen Ehrgeiz an den Tag, wenn es um die Arbeiten geht.

    Wir sprechen über die Schule und Inhalte und ich lerne – wenn er möchte – mit ihm. Von Apps zum Lernen halte ich gar nichts. Er darf jederzeit an mein ipad, aber Lernapps….da lese ich lieber nach, drucke Materialien aus und die werden bearbeitet. Ich mag Technik, aber Klassenarbeiten und Hausaufgaben werden auf dem Papier gemacht, das Lernen also auch.

    Der Druck? Zum Teil Schule, zum
    Teil Eltern, die zu ehrgeizig sind und der nötige Teil, der für die weiterführende Schule benötigt wird.

    Auch wenn mein Sohn an einer guten Schule gerade gut klarkommt, ich weiß noch nicht, welche Schulform wir wählen…. Dazu ist die Schulpolitik noch nicht klar genug. Zum Glück wieder G9, aber was die Schulen daraus machen, muss man noch sehen.

    Aber: So sehr ich mein Kind liebe und ihm Selbstständigkeit zugestehe….Entscheidungen zur Schule treffen letztendlich wir Eltern.

    Wenn euer Bauchgefühl und eure Lebens- und Schulerfahrung sagt, er sollte die Klasse lieber entspannt wiederholen, dann hört im Zweifel in Absprache mit der Lehrerin darauf. Er ist sehr jung! Er verliert nichts. Die Gymnasialempfehlung, so haben wir es in der Nachbarschaft erfahren, gibt es bei uns zumindest nur mit „gut“ und „sehr gut“. Das ist schon heftig!

    Alles Gute und euer Wissenschaftler geht bestimmt seinen Weg!

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    1. Bei uns waren es jetzt schon 4 Deutscharbeiten. Das Notenschema ist bei uns heftig, ich habe eben mal Notenschemata gegoogelt. Seine 3 wäre laut diversen Rechnern woanders eine 2. Dass das Niveau hoch ist, finde ich sinnvoll und gut. Aber zusätzlich harte Bewertung, die keine umliegende Schule so praktiziert? Die offenbar eher unüblich ist. Man kann auch ohne Gymnasialempfehlung aufs Gym, in seiner Klasse würden momentan, wenns nach Noten ginge, 1-2 Kinder eine bekommen. Daher, das ist weniger unsere Sorge, abgesehen davon ist die Schule und ihre Notenvergabe natürlich bekannt.

      Natürlich darf er mit App üben, es soll Spaß machen und kein zusätzlicher Unterricht sein. Ausserdem gehts ums Üben, das Einmaleins lernt man am Besten mit Wiederholung.

      5en und 6en dürfen in NRW meines Wissens nicht vergeben werden in Arbeiten, die Arbeit gilt als unbenotet, wenn sie schlechter ist. Auf dem Zeugnis ist es dagegen erlaubt.

      Wir zwingen ihn unter keinen Umständen eine Klasse zu wiederholen, weil er jung ist und in den Hauptfächern 3 steht. Er kann viel und weiß viel und wir vermitteln ihm ganz sicher nicht, dass er schlecht ist oder zuwenig kann. Unsere Kinder dürfen sehr bewusst viele Themen in ihrem Leben mit entscheiden.

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      1. Er ist auch nicht schlecht, das wollte ich nie sagen!!!! Du schriebst nur, ihr hättet mit ihm über einen Klassen- oder Schulwechsel gesprochen. Mitbestimmung ist gut und wichtig, aber es gibt eben auch Dinge, die Kinder noch nicht entscheiden können. War nicht bös gemeint!

        Ja, Benotungen sind bei uns auch heftig. 98% für eine Eins und 85% für eine zwei (minus) usw….. Der Schnitt ist in NRW wohl etwas niedriger.
        Da unsere Schule sehr nah an Landtagspolitikern mit Bildungsbezug ist, wird die Benotung (leider!) erlaubt sein. Macht es nicht besser oder schlechter.

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      2. Bei uns ist eine 2 noch härter. Uns haben einige angeregt, über das zurück Stellen nachzudenken, aber privat. So eine Entscheidung träfen wir nie alleine ohne ihn. Jedenfalls nicht, weil er 3en schreibt und gut mit kommt. Es ist aus Lehrersicht auch sicher nicht nötig, er ist guter Durchschnitt, was die Noten betrifft. Ausserdem trifft er Entscheidungen sehr überlegt.

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  2. Interessantes Thema.

    Meine eigene Grundschule war eine der Brennpunktschulen bei uns, Anteil an Migrationskindern über 80%, da auch die Landesaufnahmestelle für Flüchtlinge im Schulbezirk war. Ein Drittel bis die Hälfte der Kinder war in Sonderklassen um Deutsch zu lernen und wurden dann langsam in den normalen Unterricht integriert. Das war zwar sehr divers, das schulische Niveau hat darunter aber ziemlich gelitten, ich würde heute sagen, dass ich außer Lesen und Schreiben und Grundrechenarten nichts gelernt habe. Wir hatten in der vierten Klasse mal Vertretungsunterricht und die Lehrerin hat versucht, mit uns Relativsätze durchzunehmen… die ist ziemlich gescheitert. Zwei Kinder meiner Klasse haben eine Gymnasialempfehlung bekommen, zwei eine Realschulempfehlung und die anderen zehn sind auf der Hauptschule geblieben (ja, wir waren nur 14 Kinder, unsere Schule hatte auch große Vorteile).

    Es gab bei uns Grundschulbezirke, und entsprechend nur genau eine Grundschule, es gab also keine wirklich Wahl, ob ich da hingehe oder nicht, meine Eltern fanden es aber auch nicht so schlimm. Dafür war es pädagogisch gut. Mein viel jüngerer Bruder kam neun Jahre später auf eine „gute“ Grundschule, da wir umgezogen waren, lustigerweise war das die, in die alle im alten Schulbezirk versucht haben, ihre Kinder zu bekommen… und meine Eltern sind da schier verzweifelt, weil es zwar von der Sache her besserer Unterricht war, pädagogisch aber ne Katastrophe. Mein Bruder hat sicher die Hälfte seiner Grundschulzeit auf dem Gang oder in der Ecke gesessen, weil er „frech“ war. (Er war ein normaler, manchmal lauter, aber prinzipiell sehr begeisterungsfähiger Junge, da kamen die Grundschullehrerinnen aber irgendwie nicht mit klar.)

    Ich war bei den Gymnasialempfehlungen und hatte auf dem Gymnasium nie ein Problem, ich hab alles problemlos aufgeholt. Allerdings war auch mein Gymnasium eher so mau von der Qualität (für BaWü). Ich hab aber sowohl Grund- als auch Gymnasialzeit sehr gut in Erinnerung und bin da immer einfach so durchgerutscht. Und das mit extrem guten Noten trotz Faulheit, aber das liegt glaub an nem guten Gedächtnis und ner guten Auffassungsgabe. Und im Vergleich mit den NRW-Abiturienten in der Uni hier hab ich trotz „schlechter“ Schule in BaWü ziemlich gerockt, weil wir irgendwie doch mehr gelernt hatten.

    Ich glaube heute, dass es ziemlich egal ist, auf was für eine Schule man geht. Es kommt letztendlich drauf an, ob man auch von sich aus den Kram lernen will. Ich hab erst in der Uni so richtigen Leistungsdruck erlebt und war am Anfang ziemlich deprimiert ob der „schlechten“ Noten, weil ich das so nicht kannte. Aber mit Anfang 20 kommt man da besser mit klar, als in der Grundschule. Ich hab mit da schnell berappelt und gemerkt, dass ich mit den „schlechten Noten“ bei den sehr guten Ingenieursstudenten bin, weil da eben alle so „schlecht“ sind und mich damit abgefunden. „Nur unter Druck entstehen Diamanten“, Lieblingsspruch unseres Rektors… Müsste ich nochmal entscheiden, was ich wo studieren will, ich hätte eine weniger anspruchsvolle Uni gewählt und eventuell einen weniger anspruchsvollen Studiengang. Das waren nämlich fünf wirklich harte Jahre und davon hab ich dann einen wirklich harten Beruf für die nächsten Jahrzehnte, wenn auch gut bezahlt. Ob das den Frust und den Druck und die Anstrengung wert waren? Ehrlich gesagt, nein. Kein Geld der Welt kann die Zeit wiedergutmachen, die ich da versenkt habe und an mir selber und dem Stoff verzweifelt bin.

    Mein Kind wird ziemlich sicher mit 6 1/2 in die Schule kommen, mal gucken, wie es sich schlägt. Ich werde vermutlich nach Schulweglänge auswählen… und dann halt mal schauen, was passiert. Ich hätte auch nichts gegen unbenotet und „freie Schule“, hier gibt es aber keine. Das Kind wird schon seinen Weg machen. Und wenn der über die Hauptschule, die Realschule oder die Gesamtschule geht, dann ist das so. Meine Brüder waren auch beide sehr glückliche Realschüler, die wären auf dem Gymnasium unglücklich gewesen und sind heute sehr vernünftige Erwachsene.
    Am Schluss zählt doch nur, ob man dabei glücklich war und es heute ist.

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    1. Das ist eben die Krux, hohes Niveau finden wir alle sehr gut, aber mich stört, dass das Niveau sowieso schon höher ist, dazu kommt dann noch eine deutlich striktere Notenvergabe als offenbar üblich. Also bekommen Kinder für mehr Wissen als Schüler anderer Schulen dennoch eventuell eine schlechtere Note. Für mehr Leistung.

      Das Niveau in NRW gilt als niedrig, vermutlich fände jemand aus Bayern die Notenvergabe und den Ansprung normal bis gering. Aber die Kinder werden eben mit den anderen Grundschulen in NRW verglichen, nicht mit Kindern ausserhalb. Solange man in der selben Stadt eine weiterführende Schule aussucht, sicher ein geringes Problem, da das Niveau bekannt ist. Wenn man aber umzieht, sieht das Zeugnis natürlich schlechter aus und es demotiviert, immer nur durchschnittlich gute Noten zu schreiben, obwohl man etwas eigentlich gut kann.

      Du hast völlig Recht, dass die Pädagogik und das Miteinander eine große Rolle spielen, in der Hinsicht finde ich unsere Grundschule wirklich toll, auch das Niveau an sich. Lernen ist etwas tolles, das sieht auch unser Sohn so. Er wendet so viel Wissen im Alltag an und hat Spaß daran und halt eine nette und soziale Klasse und die beste Klassenlehrerin.

      Dein Schlusssatz ist super! Eben und darum gehts. Aber die Wege sind trotzdem nicht immer eindeutig.

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