„Bald bin ich ein Schulkind und nicht mehr klein“ – die Einschulung 2018 vorbereiten?

Was muss ein Kind zur Einschulung können? Unser Vorschulkind zur Einschulung 2018, Schulstart für den Mittleren 2018. Vorbereitungen und muss man etwas üben?

Als ich noch Kindergartenkind war, haben wir in der 1. Klasse dann immer „Hurra, ich bin ein Schulkind und nicht mehr klein“ gesungen. Unser Großer wurde 2015 eingeschult, dank des Stichtags 30.9. in NRW mit 5, was ich auch weiterhin falsch finde. Eltern haben hier leider fast kein Mitspracherecht und so müssen alle in die Schule, die bis zum 30.9. des Jahres 6 werden. Unser Mittlerer ist Junikind und wäre auch zu meiner Schulzeit damals mit 6 eingeschult worden. Nun ist er Mitten in seinem letzten Kindergartenjahr und die Schule wirft ihre Schatten voraus. Im September war ein Tag der offenen Tür, den ich zuerst nicht auf dem Schirm hatte. Immerhin ist es die gleiche Schule, auf die der Große nun seit 2 Jahren ging. Erst kurzfristig fiel mir auf, dass der Mittlere die Schule kaum kennt. Anders als im Kindergarten sind die jüngeren Geschwister eben nicht Bringen und Holen und zu Festen dort. 

Welche Schule wird es?

Der Mittlere hatte ohnehin gesagt, dass er in die gleiche Schule möchte wie sein Bruder und sein Freund. Für uns wäre es logistisch sowieso schwierig, die Kinder an drei verschiedenen Orten zu haben, Kindergarten und gleich zwei Schulen? (ab Sommer 2019 wird das eine Weile unvermeidbar sein). Daher war ich sehr froh, dass ihm die Schule auch bei der Besichtigung gefiel. Unsere Schule ist sehr gefragt und hat dieses Jahr mehr Anmeldungen als Plätze, Geschwisterkinder werden aber bevorzugt.

Schulanmeldung und Schuluntersuchung – was läuft da ab?

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ein Wimmelbuch – hier wurde bei der Anmeldung ein Wimmelbild besprochen

Im Oktober war die Schulanmeldung. Man macht vorher einen Termin indem man sich in aushängende Listen einträgt (wie es bei Euch ist, sagt Euch die Homepage Eurer Wunschschule, außerdem gibt es allgemeine Post von der Stadt). Zunächst hatten wir ein Gespräch mit einer Lehrerin, die ein paar Dinge fragte, die auch auf dem Bogen standen, wie, dass er Geschwisterkind ist. Außerdem wurde er gefragt, ob er mit Freunden in die Schule käme, was er gern spielt und was er gern isst. Also ein nettes Gespräch mit uns allen. Beim Großen damals lief das Gespräch allein mit dem Großen, wir saßen nur daneben. Beide Kinder bekamen auch jeweils ein Wimmelbild zu sehen über das man sich unterhielt. Danach ging es zu einer weiteren Lehrerin, dort wurde sortiert, gezählt, ein bißchen Motorik geschaut und gemalt. Beide Kinder waren jeweils wahnsinnig aufgeregt, der Mittlere hat vor Aufregung die Buchstaben seines Namens auf dem Kopf geschrieben.

Nun warten wir auf die Einladung zur Schuluntersuchung des Gesundheitsamts. Bei der Schuluntersuchung des Großen musste er einige Dinge malen und erkennen, zum Beispiel, was nicht in eine Reihe von Gegenständen passt. Sein Kommentar war damals „das haben wir alles im Kindergarten gemacht!“.  Die Untersuchung nimmt ein Arzt oder eine Ärztin des Gesundheitsamts vor. Dazu gehört auch ein Gespräch mit dem Kind und eben einige Aufgaben. Außerdem benötigt man das U-Heft und vorher bekommt man einen Fragebogen. Wir haben einige Fragen nicht beantwortet, zum Beispiel über den Geburtsmodus oder wann er gelaufen ist.

Übt man vor der Schuluntersuchung? Wie bereitet man sich vor?

Ergobag Pack Galaxy Glow und Ergobag Mini

Uns wäre es nie in den Sinn gekommen. Nun wurde ich aber öfter darauf angesprochen. Nein, wir haben weder etwas geübt, noch etwas vorbereitet. Wir haben den Kindern aber jeweils gesagt, dass da jemand sitzen wird, der Fragen stellt und mit ihnen redet und dass es schön wäre, wenn sie auch mit machen, da diese Untersuchung sein muss. Und auch, dass man da nichts „falsch“ machen kann und wir dabei sind.

Es ist kein Leistungstest, sondern es geht darum, dass ggf. Defizite erkannt werden und darauf reagiert werden kann, wo es nötig ist. Bei Entwicklungsverzögerungen kann es auch um eine spezielle Schulform oder Inklusion gehen.

Was muss mein Kind vor der Einschulung können?

Unsere Schule sagt es sehr deutlich: den eigenen Namen lesen und schreiben können. Im Zahlenbereich ist erwünscht, dass die Kinder die Zahlen von 1-10 kennen und erkennen können. Sonst sind es eher die üblichen Fähigkeiten, die Kinder im Kindergarten erwerben, einen Stift halten und etwas malen können, auch da sind die Talente aber unterschiedlich. Außerdem sollte sich ein Kind (ohne Inklusionsbedarf, da gelten natürlich andere Erwartungen) selbst anziehen und selbst organisieren können, wissen, welche Sachen ihm gehören und altersentsprechend auch mal ruhig sein und auf seinem Platz sitzen bleiben können.

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sein Arbeitsplatz ist fertig

Jetzt wurde ich immer öfter gefragt, ob wir Übungsblätter machen, das Alphabet üben oder sonst irgendetwas mit ihm vorher üben. Nein! Natürlich sollten Eltern ihr Kind unterstützen, wenn es etwas lernen oder üben möchte. Manche Kinder beginnen schon im Vorschulalter zu Lesen und zu Schreiben, das ist auch völlig in Ordnung so. Genauso ist es aber in Ordnung, dass ein Kind nur seinen Namen schreiben kann. Es muss vom Kind kommen, wenn das Kind etwas ausprobieren möchte, kann und soll man als Eltern natürlich unterstützen.

Ich erinnere mich an meine Grundschulzeit, in meiner Klasse konnten zwei Mädchen schon lesen. Die eine wurde dann immer noch besser und war definitiv eine sehr gute Leserin. Die andere blieb auf diesem Level. Nach einigen Monaten bestand sowieso kein Unterschied mehr zur Mehrheit der Klasse. Genauso habe ich es bei meinem Großen erlebt. Einige Kinder konnten zur Einschulung lesen, für sie war der Deutschunterricht natürlich eher einfach. Aber im Laufe des ersten Schuljahrs haben eben auch die meisten Kinder aufgeholt und nun merkt man schon lange keinen Unterschied mehr. Unser Großer konnte einige Buchstaben und Zahlen. Dafür hat er ein großes Wissen bei Sachkundethemen mit in die Schule gebracht.

Keine Sorge!

Macht Euch keine Sorgen und weder Euch noch Euren Kindern Druck. Es ist nicht nötig, für die Einschulung schon Schulstoff zu üben. Teilweise kann es sogar hinderlich sein, wenn Eltern Dinge anders vermitteln als die Schule. Helft Euren Kindern lieber bei ihrer Selbständigkeit und ihrem Selbstbewusstsein. Die letzten Monate Kindergarten sollten doch auch ohne Druck und dafür mit viel Spaß und Zeit zum Spielen laufen!

Und eben auch eine Zeit der Vorfreude auf den Schulstart. Hier ist der nächste Schritt den Schulranzen zu kaufen, der Mittlere schaut eifrig Designs und überlegt, welcher ihm am besten gefällt und er möchte gern, dass auch die Oma mit kommt. Dass es ein Ergobag wird, ist schon sicher, denn den hat auch der Große und wir sind seit 2015 zufrieden. Außerdem hat er den des Bruders natürlich schon ausprobiert.

Grundschule ist anders als in meiner Kindheit. Es hat Vorteile, wie viel mehr Lehrmethoden, Materialien und Arten des Lernens, es ist kaum mehr klassischer Frontalunterricht, sondern viel Gruppenarbeit und eigenständiger. Die Kinder lernen meinem Eindruck nach mehr als ich damals, allerdings ist auch der Druck extrem viel höher. Zumindest hier in NRW gibt es Noten aber erst in der 3. Klasse und wir haben das Glück an einer Schule zu sein, die sehr engagierte Lehrerinnen und Lehrer hat, die mit viel Begeisterung den Schulstoff vermitteln. Zumindest in meiner Schulzeit war der Sachunterricht nicht annähernd so anschaulich mit Experimenten und der aktuellen Zeit und den medialen Möglichkeiten angepasst.

Das Beste für Eure Kinder ist einfach, dass Ihr da seid und sie unterstützt. Wir sind alle ein bißchen aufgeregt, dass wir bald ein weiteres Schulkind haben und hoffen, dass er seine Grundschulzeit genießt, gern lernt und viele Freunde findet. Denn anders als sein großer Bruder kommt er „alleine“ in die Schule, seine Freunde bleiben alle noch ein weiteres Jahr im Kindergarten. Daher ist es eher das, was uns ein bißchen Gedanken macht, nicht, ob er vorher Dinge können muss.

Habt Ihr auch ein Kind, das 2018 eingeschult wird? Wie sieht’s bei Euch aus? 

6 Gedanken zu „„Bald bin ich ein Schulkind und nicht mehr klein“ – die Einschulung 2018 vorbereiten?“

  1. Hat dies auf HerrnMuchseineFrau rebloggt und kommentierte:
    DAS Thema bei uns in den letzten Monaten! Da man uns seit Jahren in den Ohren liegt, dass unsere Tochter vermutlich hochbegabt sei, wurde völlig selbstverständlich erwartet, dass wir sie dieses Jahr VORZEITIG (sie ist eine Woche nach dem Stichtag geboren) einschulen würden. Ich war lange Zeit selbst auf diesem Trip, doch irgendwann wurde mir bei dem Gedanken ganz anders, denn sie hat schon die eine oder andere „Baustelle“, die ich vorher behoben haben möchte oder ihr wenigstens die Chance geben möchte, dass sich das eine oder andere einfach nur verwächst. Mittlerweile haben wir entschieden, dass sie regulär, also nächstes Jahr eingeschult werden soll und ich denke, das zusätzliche Jahr wird ihr eher gut tun und sie nicht in eine tägliche Langeweile stürzen. Kitas sind doch pädagogische Einrichtungen und kein Schrank in das ich mein Kind morgens stelle! Dann soll man sich mit ihr beschäftigen und sie da abholen wo sie steht und entsprechend fördern. Gegebenenfalls überspringt sie vielleicht ein Jahr oder auch nicht. Wir werden es sehen.
    So oder so finde ich es aber eine komische Voraussetzung, seinen Namen lesen und schreiben zu können. Eine Mia ist da einer Laetitia ja wohl klar im Vorteil! Für mich ist das sinnloser Druck in unnötigen Situationen.

    1. Ich würde auch nie eher einschulen als Schulpflicht besteht, in NRW ist eine Rückstellung kaum machbar, leider. Eine Freundin erzählt auch von dem Druck, den sie bekommen, das Kind eher einzuschulen, sie machen das auch nicht. Manchmal frage ich mich, wie die Kindergärten der Leute, die das vorschlagen, sind. Bei uns gibts so viele Aktionen, Projekte, Spielmöglichkeiten und da langweilt sich keiner. Das mit dem Namen wurde uns so gesagt, ich finde es aber keine absurde Anforderung, ich meine, dass das bei uns damals auch so war, eigenes Namensschild zu finden. Aber es „passiert“ auch nichts, wenn ein Kind es nicht kann. Vermutlich ist es eher eine Reaktion auf die Eltern, die meinen, er Kind müsse vorher Bücher lesen können und Multiplizieren. Das ist wie mit dem Malen, manche Kinder malen gut und gerne und andere weniger. Dass sich aber Eltern nun riesigen Stress machen und ihrem Kind bis August noch alles Mögliche meinen beibringen zu müssen, das besorgt mich.

  2. Nase alleine putzen, Schnürrsenkel binden, alleine auf Toilette gehen können, Ordnung halten, Schwungübungen mit dem Stift, zuhören und das Erzählte wiedergeben – das wurde bei uns noch erwähnt, was ein Kind können sollte

  3. An meine Einschulungszeit kann ich mich nicht erinnern, an meine Schulzeit will ich mich nicht erinnern. Ich habe das Nötigste getan und bin durchgekommen, danach habe ich Gas gegeben, da ich Ziele hatte. Unser Sohn ist ein Juli-Kind, mit gerade 6 in die Schule gekommen. Ehrlich gesagt haben wir außer Alltag ( er konnte Schuhe binden, Ordnung halten etc., hatte sein Bronze-Schwimmabzeichen, war fit auf dem Rad und konnte sich gut artikulieren, kannte Buchstaben und Zahlen) nichts geübt, abgesehen von dem Hinweis, dass auch in der Schule „danke“ und „bitte“ sowie Begrüßung wichtig ist und die Lehrerin bitte mit „Sie“ anzureden ist. Raffen jetzt in der 3. Klasse immer noch einige nicht… Er kommt klar, tut aber nur das Allernötigste…

    Unsere Kleine wird im Oktober 6, wird aber nun eingeschult. Sie ist sehr selbstständig und will bei ihrem Bruder mitlernen. Außerdem ein ziemlicher Dickkopf. Ich habe überlegt, ob ich sie anmelde oder nicht. Ich bin kein Freund des vorzeitigen Einschulens, wäre ihr gegenüber aber damit ungerecht gewesen.

    Ich denke, man muss jedes Kind individuell behandeln. Und man darf nichts auf andere Meinungen geben, sondern muss seinem Gefühl folgen und die Kinder betrachten. Ich lese Blogs wie Deinen, hasse aber social media und whatsapp und es schadet nicht. Unsere Kinder bekommen viel, haben aber klare Strukturen und ihre Aufgaben im Haushalt, sodass sie Disziplin und Pflichtbewusstsein früh mitbekommen haben (geht nicht anders bei zwei berufstätigen Eltern). Ich denke, das macht es auch im Hinblick auf die Schule einfacher!

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