Fliegen, Zug oder Auto mit Kindern und Babys – meine Tipps und Erfahrungen

Werbung, da Markennennungen* Die Urlaubssaison naht und Eltern stellen sich die Frage, ob sie mit dem Auto, der Bahn oder dem Flugzeug verreisen möchten. Wir haben inzwischen alles mit den Kindern ausprobiert, ich bin mit den Kindern alleine im Zug nach Berlin gefahren, die meisten Urlaube sind Ziele, die wir mit dem Auto erreichen, aber wir sind mit allen Kindern schon oft geflogen. Daher ist dieser Beitrag nicht komplett neu, aber das Thema ist noch immer aktuell. 

Es kommt auf das Ziel an

Wie man an sein Reiseziel kommt, liegt auch an den Möglichkeiten, dem Budget und wo das Ziel überhaupt liegt. Bei unserem Holland-Urlaub im Sommer gibt es nur die Option, Auto zu fahren, die Fahrzeit liegt aber normalerweise unter 4 Stunden. Nach Irland fliegen wir immer und nach England kann man zwischen Eurostar also Zug und Fliegen oder Auto und Fähre wählen. Da ich Brüssel, seitdem wir dem Terroranschlag nur knapp entgangen sind, nicht mehr betreten werde, fällt für mich Zug nach England weg. Und weil ich Fähren und Schiffe hasse, wäre für mich Auto und Fähre keine Option. Als Kind bin ich aber mit meiner Mutter mit der Fähre nach England und auch von England nach Irland Fähre gefahren. Es ist eine lange Strecke, aber für Kinder durchaus spannend. Ich fliege sehr gerne und finde auch immer, dass sich die Reise dann kurz anfühlt.

Das Gepäck beim Reisen mit Kindern

Mit Kindern hat man grundsätzlich mehr dabei als kinderlos, jedenfalls ist das bei uns so. Ich übe zwar seit Jahren, minimalistischer zu packen, aber bei Autofahrten ist das Auto immer voll. Sie nehmen Spielzeug mit, wir haben Sandspielzeug, Handtücher, Reisebett und Kinderwagen dabei, dazu Bettwäsche und co. Normalerweise wählen wir Ferienhäuser mit Waschmaschine, so dass ich dann meiner normalen Packliste folge. In Hotels ohne Waschmöglichkeit und mit begrenztem Gepäck bei Flugreisen wird es schwieriger.

Da wir oft an uns bekannte Ziele reisen, weiß ich, was ich vor Ort bekomme, daher wäre da mein Tipp, vorher zu googeln, ob es die gewohnten Windeln oder das Milchpulver und das Lieblingsgläschen vor Ort gibt. Wenn das Budget es zu lässt, würde ich auch Bettwäsche und Handtücher mit mieten. Der Hausherr hält das übrigens für unnötig und schleppt lieber alles mit. Im Flieger muss man auf das Gewicht und die Anzahl der Gepäckstücke achten, es aber nur bis zum Check-In tragen, bei der Bahn ist es eher unbegrenzt, aber man muss einplanen, das Gepäck, die Kinder und ihren Kram ggf. ebenfalls auch zu tragen und alles in den Zug zu bekommen und wieder raus. Das ist der Komfort mit dem Auto, alles, was irgendwie passt, kann mit (aufblasbare Schwimmtiere, Grill und meine geliebte Kaffeemaschine).

Kinderbeschäftigung

Wir haben den Vorteil, dass wir drei Kinder haben, die sich auf allen Reisen auch viel miteinander beschäftigen. Der Nachteil ist dann die Lautstärke, wo auch immer man sich aufhält. Gute Erfahrung haben wir mit Hörspielen und Hörbüchern gemacht, unsere Kinder haben dann Tonieboxen plus Kopfhörer dabei, außerdem habe ich immer ein paar Sendungen auf dem iPad, dazu haben wir einen Doppelstecker für Kopfhörer (Gibt es die eigentlich als Dreifachstecker?). Ein Hit bei unseren Kindern sind Stickerbücher, damit beschäftigen sich alle ausgiebig. Der Große liest inzwischen auch. Ebenfalls wichtig sind bei uns viele Snacks, ich versuche Schokolade zu meiden, weil sie nur schmilzt und alles einsaut, zumindest, keine Schokolade aussen. Genug zu trinken ist ebenfalls wichtig. Im Flugzeug und Auto müssen Beschäftigungen eher ohne Bewegung sein, im Zug können Kinder sich auch etwas bewegen. Wir sind weniger die Brettspieler, sonst sind kleine Brett- und Magnetspiele auch immer super für unterwegs. In einem Blog (wo war das noch mal?) habe ich neulich eine Dino-Spielwelt im Schuhkarton gesehen. Ich würde nur versuchen, Spiele mit wenig winzigen Kleinteilen zu nehmen.

Die Autofahrt

Besonders bei kleineren Kindern empfehle ich eher, zu einer Schlafenszeit zu fahren, wenn man selbst wach genug ist, eventuell Nachts. Nach Sankt Peter Ording sind wir um 21 Uhr los gefahren und zumindest die meiste Zeit schliefen dann 2 von 3 Kindern. 

Genügend Pausen zum Bewegen, Windeln wechseln und Kuscheln sind je nach Strecke auch sinnvoll und man sollte zumindest damit planen. Nach Holland fahren wir oft in einem durch, aber das ist keine weite Strecke. Wichtig sind viele Getränke und bei uns sind Hörspiele und Gespräche ausreichend, außerdem kleine Snacks.

Fliegen mit Kindern

Tipp: Da ich es aktuell wieder bei Instagram gesehen habe: ich packe immer einmal Wechselsachen ins Handgepäck. Seit ich mit Anfang 20 auf Kreta war und ein Pärchen 3 Tage auf seine Koffer wartete und in der Zwischenzeit von uns Sachen geliehen hat und das allernötigste gekauft hat, achte ich darauf, dass wegen Kofferverlust oder eben auch von spuckendem oder rumsauenden Kind fleckige Sachen immer einmal Wechselkleidung für sie und für mich verfügbar ist. Im Sommer kurze Hose, Unterhose, Shirt, sonst teilweise einfach eine Leggins und Langarmshirt. Denn anders als im Auto oder Zug kommt man an seine Sachen nicht einfach unterwegs dran.

Über das Fliegen gibt es noch einen ausführlichen Artikel von mir, wie wir uns da organisieren. Unsere Großen sind jedenfalls inzwischen erfahrene Flugreisende. Der Große ist mit 2,5 das erste Mal geflogen, die beiden Kleinen schon als Babys. Inzwischen fliegt sogar der Kleinste gern.

Im Zug unterwegs

Beim Bahn fahren finde ich das Anstrengende, dass man sowohl das Gepäck selbst trägt als auch wie im Flugzeug natürlich Rücksicht auf die Mitreisenden nimmt. Im eigenen Auto können die Kinder gern mal laut singen oder man legt eine Pause ein, dass sie toben können. Dafür ist man im Zug flexibler, man selbst kann sich bewegen, ein Kind auf den Schoß nehmen, Kuscheln und mitspielen. Falls der Proviant aus geht, kann man ins Bordrestaurant. Suboptimal finde ich mit Kindern und Gepäck allerdings Umsteigen. Wenn das Ziel mit dem Zug ohne Umstieg erreichbar ist, finde ich den Zug eine umweltfreundliche und bequeme Lösung.

Urlaub buchen bevor das Kind geboren ist?

Sicher, es gibt Reise-Rücktrittsversicherungen, man kommt also mit geringen Kosten aus einer Buchung wieder raus. Ich persönlich würde nie vorher buchen, da man eben nicht weiß, wie es einem selbst geht und inwieweit man sich erst einspielen muss. Grundsätzlich spricht nichts gegen eine Reise mit kleinem Baby, im Normalfall sind die noch zufrieden, solange Mama und Milch da sind.

Trotzdem ist es schwierig planbar, wie sind die Nächte? Möchte man den Komfort eines Hotels mit Essen, aber eventuell wenig Platz und der Sorge, dass sich jemand über das weinende Baby Nachts beschwert, oder das Ferienhaus, das man aber putzen muss und auch selbst fürs Essen sorgen, dafür viel Platz oder mag man Road Trips.

Unsere beiden Großen waren mit 4 bzw. 8 Wochen auf Reisen, beide waren sowieso sehr unkompliziert. Beides war nicht vorher gebucht, sondern ganz spontan, wir haben vorher immer gesagt, wir entscheiden kurzfristig. Der Kleine war etwas anders, er hasste Autofahren, er brüllte sogar die 5 Minuten zum Supermarkt. Auch der erste Flug mit ihm, als er etwa 6 Monate alt war, war wenig schön und die Autofahrt quer durch Irland ebenfalls nicht. Daher kommt es aus meiner Sicht ganz auf das Kind an und die eigenen, eventuell veränderten Bedürfnisse.

Reisen sind nicht vorbei

Nur, weil man nun Kinder hat, ist das Reisen nicht vorbei. Ich kenne Familien, die nach China geflogen sind, die mit dem Wohnwagen quer durch die USA gereist sind und manche machen auch Backpacking mit Kindern. Für uns kann ich aber sagen, dass sich Reiseziele und Bedürfnisse etwas geändert haben.

Damit wir uns erholen, muss das Reiseziel für uns alle etwas her geben. Unsere Kinder besichtigen gern Burgen und möchten am Strand Burgen bauen. Hauptsache, etwas mit Burg. Sie haben aber wenig Interesse, den Ring of Kerry oder Ring of Bearra zu fahren, wenn man nicht für sie interessante und spannende Stopps einfügt. Genauso wird erst langsam für die Großen interessant, sich eine Stadt anzuschauen. Naturkundemuseen und alles mit Technik finden sie spannend. Da versuchen wir schon, Dinge zu finden, die alle interessieren oder das Ganze auszugleichen.

Inzwischen sind unsere Kinder alt genug, dass wir entspannt am Strand liegen und zusehen was sie machen und nur zwischendurch mit spielen oder mit ihnen ans Wasser gehen, das war einige Jahre undenkbar. Auch bei Städtetrips gibt es bei ihnen nun eigene Wünsche, was sie sehen möchten wie letzten Sommer in London den Tower. Ausschlafen und den halben Tag rumgammeln ist aber passé. Die Kinder werden so schnell groß, daher genießen wir die Familienurlaube.

Was muss mit und was gibts vor Ort?

  • Buggy oder Kinderwagen oder Trage? – wir bevorzugen bei Besichtigungen eine Trage, zu Buggys bei Flugreisen und fürs Auto habe ich einen Beitrag geschrieben
  • Reisebett? – ist vor Ort ein geeignetes Bett? Oder schläft man im Familienbett? Eine Alternative ist die Babywanne des Kinderwagens für Babys. Wir nutzen meistens Stühle oder Koffer als Rausfallschutz, es gibt aber auch mobilen Rausfallschutz zu kaufen
  • Sauberes Wasser? – in Mitteleuropa weniger Thema, aber hat das Wasser aus dem Hahn Trinkwasserqualität oder sollte man Flaschenwasser kaufen?
  • Medizinische Versorgung – ich empfehle von Zuhause aus schon grundsätzliches wie Notdienst inklusive Prozedere, nächster Kinderarzt und das nächste Krankenhaus zu recherchieren, so dass man im Ernstfall nicht erst anfängt zu suchen. Wenn die örtliche Notfallnummer anders ist als in Deutschland: im Handy speichern
  • Supermärkte/Apotheke Gibt es vor Ort einen richtigen Supermarkt oder nur einen kleinen Laden? Wie weit ist es bis dort hin. Medikamente sollte man immer als Notfallapotheke dabei haben.
  • Gibt es unsere Kinderprodukte? – gibt es die gewünschten Windeln in dem Land oder nimmt man welche mit. Ein wunder Babypopo ist unschön für alle. Genauso wie Milchpulver, wenn es das vor Ort gibt, kann man sich das Schleppen sparen. Kindersonnenmilch würde ich immer mit nehmen.
  • Kindersicherheit: wie ist das Kind bei eventuellem Transfer oder im Mietwagen gesichert? Hat das Ferienhaus einen umzäunten Garten? Gibt es giftige Tiere? Sonnenschutz ist ebenfalls ein wichtiges Thema.
  • Essen für mich ist ein Kühlschrank wichtig, noch besser eine Kochgelegenheit, aber zumindest ein Kühlschrank für Joghurt, Milch und ähnliche Snacks ist für uns relevant. Eventuell fürs Ferienhaus ein paar Snacks, Nudeln und ein erstes Frühstück einpacken, damit man nicht wie wir nach den Vorkommnissen in Brüssel da Nachts an kommt und nichts hat.

Die Reiseziele mit Kindern

Bei uns hat sich sowohl die Reisezeit verlagert, einfach, weil wir nur noch in den Schulferien reisen können, als auch die Ziele. Erstens sind die Urlaube teurer, einmal wegen der Hauptsaison und zweitens, weil wir mehr Platz brauchen und Flugtickets. Das Traumhotel in Portugal, wo wir 2007 oder 2008 günstig Last Minute waren, ist nicht mehr zu finanzieren (ich habe Ostern geschaut).

Ich bin ohnehin niemand, der gern Risiken eingeht, daher möchte ich auch nahe an medizinischer Versorgung sein, bevorzugt auf Deutsch, Englisch oder Niederländisch verfügbar. Auch reise ich mit Kindern ohnehin nur in politisch stabile und sichere Länder.

Bei Kindern ist auch ein Punkt, den man nicht ganz ignoriert, das Klima, eventuell reagiert ein Kind empfindlicher auf 42 Grad und schwüle Hitze als wir, besonders ein Baby. Daher zieht es mich nicht zu sehr in die Ferne, noch einmal Kreta oder nach Portugal fände ich jedoch schön.

Und wo gehts für uns hin?

Unsere Reiseziele sind in der EU, abgesehen von den immensen Kosten, weshalb es ohnehin weg fällt, passt mir die politische Stimmung in den USA nicht, wir reisen nach Irland, England (noch EU ;-)), Niederlande und Frankreich, einmal waren wir auch in der Schweiz. Ebenfalls reizvoll finde ich Skandinavien.

Dieses Jahr waren wir in Berlin, zu Ostern in der Niederlande, Ende April in Frankreich und zuletzt kurz in Sankt Peter Ording, jetzt im Sommer steht wieder Niederlande an und eventuell noch ein weiteres Ziel, im Herbst geht es noch mal nach Frankreich.

Wie sind Eure Erfahrungen? Und wo fahrt Ihr dieses Jahr hin oder macht Ihr schönen entspannten Urlaub Zuhause? 

* Momentan herrscht eine Unsicherheit, ob schon reine Erwähnung von Marken und Firmen „Werbung“ ist. Aus dem Grund kennzeichne ich nun alle Artikel, in denen ich Firmen oder Marken erwähne, obwohl wir die Produkte selbst gekauft und bezahlt haben und in keinerlei Verbindung zur Firma stehen. Sollte ein Produkt aus einer Kooperation stammen, ist dies deutlich zusätzlich gekennzeichnet.

 

5 Gedanken zu „Fliegen, Zug oder Auto mit Kindern und Babys – meine Tipps und Erfahrungen“

  1. Du betrittst ein ganzes Land nicht mehr, weil ihr zufällig einem Terroranschlag entgangen seid und fährst regelmäßig mit der Bahn nach Köln?

    Du hasst Schiffe und Fähren?

    Du hast echt tolle Posts, aber irgendwie klingt es nicht echt. Sorry!

    1. Ich fühle mich in Belgien nicht wohl und nicht sicher, auch vor dem Anschlag hatte ich dort ein ungutes Gefühl. Daher, für mich nie wieder Brüssel und ich habe Angst auf Schiffen und Fähren, ich verstehe daher Deine Aussagen nicht ganz? Ich kenne genug Leute, die nicht Fliegen, weil sie Angst haben. Ich nutze keine Fähren und Schiffe, seit ich selbst entscheiden kann, wie ich mich fortbewege.

  2. Wie fliegst du mit einem Baby?
    Du scheinst an sich ja sehr auf Sicherheit bedacht zu sein, wie geht das mit Baby? Sag bitte nicht, dass ihr diese fiese „Babyschlinge“ genutzt habt, sondern einen Kindersitz dabeihattet 🙂

    1. Hallo Rike, ich habe einen extra Beitrag zum Thema Fliegen mit Babys, schau da mal rein 🙂 Wir haben jeweils einen Sitzplatz gebucht und hatten den Maxi Cosi Pebble (for use in Aircraft) dabei. Inzwischen ist es aber kein Thema mehr, er ist über zwei. lieben Gruß!

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