Allein mit drei Kindern – auf Zeit

Werbung ohne Auftrag* Es ist still hier. Das Leben und der Alltag haben mich voll im Griff. Wie ich schon in meinem Beitrag über die Exklusivzeit mit meinem Großen in Berlin schrieb, ist mein Mann beruflich weg. Weg? Ganz weg. Er war 4 Wochen im Ausland auf einem Dreh. Ohne, dass sein Handy funktionierte, Internet war unzuverlässig und Arbeitszeiten und unser Lebensrhythmus passten überhaupt nicht zusammen. Wir haben also über Messenger kommuniziert, aber das auch mehr schlecht als recht.

Papa ist Arbeiten

Dass Papa tagsüber woanders arbeitet und nicht auch mal im Homeoffice und flexibel ist, daran hatten sich die Kinder schon wieder gewöhnt, da das Projekt schon vor unserem Irlandurlaub begonnen hatte. Auch Dienstreisen des Papas kennen die Kinder, meistens sind das aber 2-5 Tage. Dass er den Auftrag annimmt, war völlig klar, wir müssen von irgendetwas auch leben.

Abholzeit Mittags

Abflug und nun sind wir auf uns gestellt

Der Abschied war mal wieder recht gehetzt und dann war er weg. Den ersten Tag habe ich aufgeräumt, wir waren vorher noch Großeinkauf machen, damit ich nicht zuviele Sachen schleppen muss. Was mir aber generell einfach ein ungutes Gefühl gab (neben einem nicht ganz ungewährlichen Schwellenland), war, dass er auch nicht im Notfall erreichbar war und hätte kommen können. Die Reisezeit war ein Tag mit drei verschiedenen Fliegern plus Autotransfer. Im allerschlimmsten Notfall wäre er sehr teuer über ein Diensthandy erreichbar gewesen. Aber für die kleinen Probleme des Alltags? Leider nicht.

Und dann? Es läuft recht glatt – mit Einschränkungen

Ehrlich gesagt hatte ich es mir viel schlimmer vorgestellt. Meine größte Sorge war, dass ein Kind krank werden könnte, dann wäre mein grade funktionierender Alltag mit drei Kindern zusammen gebrochen. Unterstützung hatten wir aber auch wie immer von der Oma, die ich aber eigentlich nur habe kommen lassen, weil besonders der Kleinste immer Oma vermisst.

Kindergarten – wir sind pünktlich

Der Kleine war pünktlicher im KiGa als mit Papa als Fahrer, trotz ÖPNV. Hier war es immer ordentlich, ich habe eine Party gefeiert und war erst mit dem Großen in Berlin und das Wochenende danach mit allen drei Kindern. Auch der Wäschekorb war leerer als sonst und sparte mir Arbeit. Ich hatte befürchtet, dass die Kinder Papa extrem vermissen. Sie haben ihn vermisst, aber deutlich weniger schlimm als gedacht, auch der Kleine hat verstanden, dass Papa diesmal länger weg sein wird.

Ich habe es mir einfacher gemacht

Anders als viele Mamas, die sehr altruistisch leben, muss ich zugeben, hat mir meine Faulheit und teilweise Egoismus geholfen. Die Kinder durften bei schlechterem Wetter oder mieser Laune mehr Fernsehen als sonst. Wir haben auch so einige Male einfach Pizza bestellt und die Küche blieb kalt. Abendliches Vorlesen gab es nur wenige Male. Außerdem hatten wir eben auch Unterstützung, die Oma und eine andere Mama, die zum Beispiel den Großen immer mit zum Schwimmen genommen hat. Wenn der Kleine Morgens ausschlief, habe ich ihn schlafen gelassen statt ihn in den KiGa zu bringen.

Zum Bloggen kam ich, wie man sieht, sehr wenig in dieser Zeit. Abends war ich einfach durch und den Tag bin ich rotiert. Kreative Gedanken und Ruhe und Muße zum Schreiben fehlten mir.

Sommer in Berlin

Besonders hart fand ich es Abends

Zwei Dinge fand ich Abends besonders schlimm:

Erstens die Bettgehzeit. Ich kann nicht alleine drei Kindern, die gleichzeitig ins Bett wollen, absolut gerecht werden. Der Kleine will seine Milchflasche und ich muss ihm die Zähne putzen, währenddessen sucht der Mittlere seinen Schlüssel, ruft bei Hitze nach Kühlakkus fürs Bett und braucht eine Wasserflasche. Der Große blieb oft auf der Strecke, er ist sehr selbständig. Nur selten klappte in Ruhe auf dem Sofa etwas Vorzulesen. Dann steht natürlich immer noch mal jemand auf, der Akku der Toniebox ist leer, die Trinkflasche ist leer, man kann nicht Einschlafen oder es ist zu warm.

Zweitens Abends das Alleinsein. Wenn die Kinder im Bett sind, haben wir sonst gemeinsame Zeit. Im Alltag fällt die mir gar nicht auf. Seit er das Projekt hatte, kam er spät nach Hause und die Kinder haben zuerst gegessen. Nach dem ins Bett bringen haben wir zu zweit gegessen und geredet. Meine Freundinnen haben alle selbst kleine Kinder und sind eingespannt. Also war ich Abends meistens alleine. Offenbar gab es auch leichte Missverständnisse, dass ich Strohwitwe bin auf Zeit und nicht Single. Das war etwas, womit ich weniger gerechnet hätte. Daher war ich Abends nur einmal bei Freunden, hatte einmal Besuch meiner Schulfreundinnen und habe eine Party gefeiert. Sonst saß ich meistens mit einem Glas Wein draussen (noch eine Folge: ich trinke überhaupt wieder Alkohol).

Traut Euch!

Ich lese bei Twitter und Instagram so viele Beiträge von Mamas oder Papas, die zeitweise alleine sind. Viele lesen sich ganz panisch und verzweifelt. Auf keinen Fall möchte ich mich mit echt Alleinerziehenden vergleichen! Ich war und bin es nur auf Zeit. Aber nehmt den Druck raus! Dann guckt das Kind eben mal mehr TV oder das Essen ist nicht absolut ausgewogen. Guckt, wer Euch helfen mag, meistens ist das Umfeld nämlich sehr hilfsbereit, weil alle Eltern es kennen, wie es ist, mit den Kindern allein zu sein.

Jetzt ist der Hausherr beruflich in Berlin und er/wir pendeln. Aber wir sehen uns und die Kinder und ich sind nur werktags alleine. Kommunikation funktioniert und mich beruhigt ungemein, wenn etwas passiert, wäre er in wenigen Stunden Zuhause.

Seid Ihr manchmal alleine mit den Kindern oder Euer Partner? Habt Ihr Tipps?

Meine Tipps für den Alltag mit Kindern alleine

  • nehmt den Druck auf Euch raus! Ihr dürft auch einfach mal müde und fertig sein
  • spannt Euer Umfeld ein, kann jemand das Kind mal abholen/bringen oder Aktivitäten übernehmen
  • meine sind zufriedener und beschäftigt, wenn sie Besuch von (netten) Freunden haben
  • schaut, was aus Eurer Routine für alle wichtig ist und was optional
  • sucht ggf. Alternativen für Einschlafbegleitung
  • gönnt Euch auch mal etwas, wenn der Tag vorbei ist, sei es in Ruhe lesen und den Haushalt stehen lassen, Schokolade oder ein Glas Wein
  • verteilt Aufgaben an die Kinder, wenn Ihr es nicht ohnehin schon tut
  • traut Euch was! Mein Wochenenende mit allen drei Kindern allein in Berlin war nicht stressiger als Zuhause, aber wir haben viel zusammen erlebt
  • wenn es möglich ist, lasst die Kinder eine Nacht woanders schlafen. Eine Nacht zum Akku aufladen und ausschlafen (oder in meinem Fall: feiern)
  • fahrt auch die Ansprüche runter, wie perfekt und ordentlich Euer Zuhause ist oder ob die Wäsche gebügelt ist. Ihr braucht auch Pausen!

2 Gedanken zu „Allein mit drei Kindern – auf Zeit“

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