Tabus brechen? – Social Media und das wahre Leben

Werbung ohne Auftrag* Gestern bin ich bei der wunderbaren FranziSaidWhat bei Instagram auf den Hashtag #ElternSeinPaarBleiben gestoßen und die Anregung, das Tabu um das Thema Sex zu brechen. Sie stellte Fragen nach Quantität, Qualität und in den Storys gab es Umfragen, mit den von ihren Followerinnen gewünschten Fragen zu dem Themenbereich.

Sex als Tabuthema?

Mir stellt sich die Frage aber immer, ob es wirklich ein „Tabu“ ist oder ob es einfach zu privat ist. In diesem Blog hier bei mir werdet Ihr nie etwas persönliches zum Thema Sex lesen. Nicht, weil ich das Thema als solches als Tabu empfinde, sondern, weil das Internet und Social Media öffentlich sind. Jeder kann es lesen, außerdem sagt man so schön, das Internet vergisst nicht.

Daher ist es für mich auch ein riesiger Unterschied bei vielen Themenkomplexen, ob ich darüber privat mit FreundInnen rede oder darüber schreibe. Klar unterhalte ich mich je nach Situation und Person sehr offen, auch über Sex. Aber ich werde hier nie darüber schreiben, weil es eben privat ist.

Jeder kann im Blog lesen

Mein Blog ist im Internet. Es kann von Nachbarn, Freunden, Bekannten, Kollegen oder eben dem Umfeld der Kinder gelesen werden. Oder auch von meinen Kindern. Daher gibt es viele Themen, die hier auf diesem Medium für mich nicht stattfinden. Ich gehe nicht davon aus, dass irgendwelche Verwandten oder gar meine Kinder oder ihre Freunde hier Details aus dem Intimleben ihrer Eltern lesen möchten. Auch andere privatere Themen werden hier nie gepostet. Nicht, weil ich sie generell als Tabu empfinde, sondern, weil sie in einen geschützten Rahmen gehören, wie auch manche Probleme der Kinder, Sorgen oder eben Sex.

Blogs und Social Media zeigen eine idealisierte unechte Welt

Ich denke, dass man das nicht unbedingt sagen kann. Aber alles zeigt nur einen Ausschnitt aus dem wahren Leben, ein Detail, eine Momentaufnahme. Wenige stellen vielleicht etwas dar, was sie nicht sind oder nur sein möchten. Die meisten BloggerInnen oder InfluencerInnen, die ich bisher kennengelernt habe, sind aber absolut echt (auch Franzi habe ich auf der Kind + Jugend getroffen und sie ist genauso nett, offen und fröhlich, wie sie sich im Internet zeigt).

Kaum jemand wird aber alles zeigen wollen. Jeder betreibt eine Art „Redaktion“, was in die Öffentlichkeit kommt und was nicht. Dabei sind Grenzen und Privatsphäre eben sehr individuell, wo man diese anlegt. Aber das Berichtete ist echt.

Mein Leben ist echt und nicht nur positiv

Auch, wenn ich keine Namen und Gesichter der Kinder zeige und mein Sexleben, Partnerschaftsstress oder Probleme der Kinder hier nicht zeige, gibt es sie. Ich spiele keine heile Welt vor. Ich habe auch ausführlich und ehrlich über das „Tabu“ Fehlgeburt berichtet (ich hatte im April 2018 einen missed Abort und habe über den Umgang damit und den Umgang mit den Geschwisterkinder gebloggt). Mein Diabetes spielt hier ebenfalls auch eine Rolle, er dominiert aber nicht mein Leben. Auch meinen Frust mit der Schule oder das Dasein als Strohwitwe habe ich hier geschildert. Genauso offen gehe ich damit um, dass ich 3 Kaiserschnitte hatte und ganz bewusst nie gestillt habe.

Trotzdem ziehe ich Grenzen und das bewusst. Meine FreundInnen wissen, wenn der Haussegen hier richtig schief hängt und wenn es wieder gut ist. Aber ich teile nicht alles hier.

Mein Zimmer

Tabus darf man brechen

Ich finde es gut und richtig, wenn Themen enttabuisiert werden. Sei es Sexleben von Eltern, massive Probleme mit Inklusion, Sorgen wegen der Kinder oder eben unerfüllter Kinderwunsch oder Trennung. „Tabu“ sollte es nicht sein, jede(r) darf darüber schreiben, was sie/ihn bewegt. Aber es ist genauso legitim, Themen für sich behalten zu wollen oder diese eben im direkten Umfeld zu besprechen.

Manchmal tut es gut, Dinge zu teilen. Die Reaktion zu meiner Fehlgeburt in Social Media waren wirklich eine wunderbare Stütze, das hatte ich selbst nicht erwartet. Da stimmte der Begriff soziale Medien wirklich.

Sprecht über Dinge, die Euch bewegen. Manchmal ist da auch die Anonymität des Internets gut. Aber genauso kann man mit FreundInnen reden oder Profis. Und nur, weil ich nicht über Sex im Blog schreibe, ist es gut, dass andere das eben doch tun. Dafür möchten andere eben nicht über eine Fehlgeburt sprechen. Es gibt viele Accounts bei Twitter und auch Blogs, die sehr offen, persönlich und informativ das Thema Sex behandeln. Die Medienlandschaft und auch Social Media sind da zum Glück vielfältig und bieten zu jedem Aspekt und jeder Vorliebe etwas.

Habt Ihr den Eindruck, dass es noch wirkliche Tabu-Themen gibt?

*unbezahlte, unbeauftragte Werbung, Marken erkennbar, Profil verlinkt. Dieser Beitrag ist weder beauftragt noch gesponsert.

2 Gedanken zu „Tabus brechen? – Social Media und das wahre Leben“

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