Allein mit drei Kindern – Infektsaison & Corona-Alarm

Ich bin seit über einer Woche allein mit den drei Kindern und bin es noch 1,5 Wochen. Der Hausherr weilt aus beruflichen Gründen auf einem anderen Kontinent. Auch 2019 war ich 3,5 Wochen mit den Kindern alleine. Aber das war Mai/Juni. Erstens warm und sommerlich und mit vielen langen Wochenenden. So war ich mit dem Großen alleine und dann mit allen drei Kindern in Berlin. Zweitens war keine Infektsaison.

Ein längerer Infekt

Vor Abreise des Papas hatte der Kleine Fieber. Nicht allzu hoch und es verschwand am nächsten Tag ganz ohne Fiebersenker. Untypisch schlief er viel, typisch hat er nichts gegessen. Also so weit alles normal. Nach mehr als 48 Stunden ohne Fieber hätte ich ihn wieder in den Kindergarten geschickt. Hätte. Aber er war und ist schlapp. Eigentlich springt er Morgens auf und spielt. Seit über eine Woche bleibt er liegen, so konnte ich sogar am Wochenende ausschlafen. Ich war von alleine wach, bevor er aufstand.

Wir waren also Donnerstag beim Kinderarzt. Der stellte einen normalen Infekt fest. Ein Anruf Montag im KiGa ergab, dass es viele genauso hatten. Fieber und länger schlapp. Seit heute hat er etwas mehr Energie.

Corona und Selbst-Quarantäne?

Corona bestimmt die Medien. Als Diabetikerin gehöre ich zu den Risikopatienten und was man an Berichten bei Twitter liest, wird es im Akutfall unschön bei überlasteten Krankenhäusern mit Vorerkrankungen. Eigentlich beunruhigt mich das Virus an sich nur. Aber richtig Sorgen macht mir die Belastung für unser Gesundheitssystem. Es herrscht ohnehin Personalmangel und Intensivbetten gibt es offenbar auch nach finanziellen Aspekten.

Da ich alleine bin, meine Eltern an die 70 sind und aktuell gewarnt wird, Großeltern als Kinderbetreuung einzusetzen, ist es grad unwitzig. Die Kinder sind schulpflichtig. Beim Kleinen bin ich momentan unsicher, ob er wieder in den KiGa geht, wenn er ganz fit ist. Kinder bekommen Covid19 nur leicht. Aber sie können es übertragen. An Risikopatienten wie mich. Ich gehe schon recht selten Einkaufen momentan. Desinfektionsmittel ist nicht einmal mehr vorbestellbar.

Einkauf mit schlappem Kind im Buggy

Verantwortung alleine

Mich nimmt die Zeit grade mit. Erstens bin ich eben alleine. Alleine verantwortlich für alles. Nachts mit einem Ohr bei den Kindern. Nicht grade leichter macht es das, wenn bei einem Kind in der Klasse offenbar ein weiterer Virusinfekt im Umlauf ist. Magen-Darm-Infekte sind für mich als Diabetikerin sau-gefährlich.

Alle Entscheidungen muss ich alleine treffen. Alleine die Verantwortung übernehmen. An alles denken, was wichtig ist. Der Kleine macht grad auch aus anderen Gründen gesundheitlich Sorgen. Auch damit stehe ich alleine da.

Schulpflicht besteht. Mich extra schützen kann ich nicht. Daher bin ich dafür, dass momentan aus der „Schulpflicht“ eine „Lernpflicht“ wird mit online Unterricht, Arbeitsblättern, Büchern und Video. Also bevor der Schritt kommt, Schulen gänzlich zu schließen. Wenn gefährdete Kinder oder die mit gefährdeten Personen im Haushalt Zuhause Unterricht haben könnten, würden auch Menschen und somit das Gesundheitssystem geschützt.

Fehlende Sozialkontakte

Im Alltag nehme ich es kaum wahr. Wenn mich jemand vor einem Monat gefragt hätte, hätte ich gesagt, der Hausherr und ich reden gar nicht viel miteinander. Er ist den ganzen Tag weg und Abends ist wenig Zeit. Jetzt fällt mir auf, wieviel es aus macht, Morgens kurz zu reden und dann beim Abendessen in Ruhe und den restlichen Abend immer wieder mal. Wenn ich jetzt besorgt und fertig bin, ist da niemand, der mir die Hand auf den Rücken legt und mein Herz beruhigt.

Außerdem ist Infektsaison. Um uns herum sind viele krank, viele meiner Freundinnen oder ihre Kinder. Es ist nicht wie im Sommer, wo ich doch recht viel Besuch hatte. Donnerstag war mein einziges erwachsenes Gespräch mit dem Kinderarzt. Andere sind weit weg oder beruflich eingespannt. Laue Sommerabende mit einem Glas Wein auf dem Balkon in der Sonne entfallen ebenfalls.

Schläft freiwillig Mittags

Und trotzdem privilegiert

Vorausgesetzt, Corona erwischt uns bzw. mich nicht oder den Hausherrn (ich bin skeptisch, wie die Heimreise aussieht), bin ich aber bald nicht mehr allein. Das unterscheidet mich von echt Alleinerziehenden. Ich bin im Alltag auch sehr auf mich gestellt. Die Kinder werden übrigens bevorzugt dann krank, wenn Papa nicht greifbar ist und auch nicht Abends nach Hause kommen kann. Trotzdem ist da grundsätzlich jemand und nicht alle Alleinerziehenden haben kinderfreie Wochenenden.

Mein großer Wunsch ist momentan, dass die Seuche harmlos verläuft und die Kurve spätestens zum Frühling abschwächt und ich nicht mehr allein allein bin. Aber „frei“ habe ich offenbar dennoch nicht, da der Hausherr wohl alle Wochenenden bis Ende Mai arbeiten wird. Schlimmer würde uns aber treffen, wenn alles abgesagt würde und er nichts verdient. Ich jammere also auf hohem Niveau. Aber momentan gehe ich auf dem Zahnfleisch. Mir fehlen Gespräche, Freunde und einfach mal Abschalten.

Allein

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3 Gedanken zu „Allein mit drei Kindern – Infektsaison & Corona-Alarm“

  1. Das Jahr ist verrückt. So viele krank oder mit anderen Dingen, die einem das Leben schwer machen, belastet. Ich habe auch das Gefühl mich in einer nicht enden wollenden Schleife zu befinden, weil kaum ist das eine geschafft, folgt das nächste auf dem Fuße. Ausgelaugt. Definitiv. Mein Mann ist auch öfter weg gewesen die letzten Wochen und wenn nicht das, war er auch nicht wirklich fit. Sicherlich nicht zu vergleichen, aber eben auch keine Entlastung.
    Durchhalten!

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