Berlin-Leben auf Zeit – wir sind nicht „im Urlaub“

Werbung ohne Auftrag* Wie schon in den Wochenenden in Bildern und den Berichten zur Quarantäne geschrieben, sind wir in Berlin. Aktuell sind in NRW Herbstferien, aber wir sind schon seit 2. Oktober hier. Da wurde die Schule des Mittleren wegen Corona geschlossen und beim Großen waren Coronafälle, weshalb er in die digitale Schule gewechselt ist. Es ist aber bei uns kein Urlaub. Der bizzidad ist beruflich in Berlin, sein Arbeitsort ist Berlin bis November. Geplant war, dass wir die Herbstferien und Wochenenden in Berlin bei ihm verbringen, weshalb wir eine richtige, große Wohnung gemietet haben. Denn er ist seit Mitte September dauerhaft in Berlin.

Die Diskussion um Urlaub

Wir sind nicht „im Urlaub“. Aber nicht an unserem eigentlichen, festen Wohnort. Ich verfolge aber die Diskussionen um Urlaube. Mir ist das alles auch wieder zu extrem, zu undifferenziert. Es wird unterstellt, dass alle, die Urlaub machen, fahrlässig und egoistisch handeln.

Viele Familien gehen seit März auf dem Zahnfleisch und sind weit über ihre Limits hinaus. Ich kann das grundsätzliche Bedürfnis nach Meer und Tapetenwechsel ohnehin nachvollziehen. Dazu kommt aber, dass Lebenssituationen völlig unterschiedlich sind. Familien wohnen in kleinen Wohnungen ohne Balkon und Garten auf engem Raum, grade in Großstädten. Dort hat man Nachbarn, mit denen man Treppenhaus, Fahrstuhl und alles teilen muss. Schule, Arbeit und KiTa bieten ebenfalls Orte der Infektion neben Einkäufen, Arztterminen und co. Ist da nicht ein freistehendes Ferienhaus vielleicht sogar sicherer? Also für sich und die anderen, denn die Kontakte sind geringer.

Wir sind unter uns und raus kann man fast besser bei Regen, weil es dann leerer ist

Im Sommer waren wir in Zoutelande und davor in St. Peter Ording. Jeweils mit absoluter Kontaktreduktion, Abstand und eben anders als sonst. Für uns und andere war das Risiko dort geringer als Zuhause im Mehrfamilienhaus. Ein eigener Garten zum Spielen ohne Kontakte. Wir haben Zuhause den Luxus eines Gemeinschaftsgartens. Viele Familien haben diese Möglichkeit gar nicht.

Es wird teilweise unterstellt, jeder, der wegfahre, halte keinen Abstand, gefährde Menschen, habe Kontakte und lebe, als sei nichts. Es gibt eben ganz viele Nuancen und Faktoren, die das Risiko vergrößern oder reduzieren.

Mitte-Mitte, wenns leerer ist

Familienzeit

Wir wollen zur aktuellen Zeit einfach zusammen sein. Unter dem Beitrag zur Quarantäne des Mittleren wurde gefragt, warum der bizzidad nicht einfach nach Hause käme. Er hatte von April bis August keine Aufträge. 4 Monate. Wir können es uns schlichtweg nicht leisten, dass er es abgebrochen hätte.

Muffins backen

Wir sind in Berlin, weil es der aktuelle, familiäre Mittelpunkt ist. Es ist kein Urlaub, sondern wir leben den normalen Familienalltag. Die Jungs hatten bis zu den Ferien Homeschool, spielen zusammen, streiten, lesen, spielen Handy oder Switch und malen ganz viel. Ich mache den Haushalt von Kochen über Putzen und ganz viel Wäsche, gehe Einkaufen und wir backen zusammen. Morgens und Abends und am Wochenende ist auch der bizzidad dabei.

Wir minimieren Risiken

Auch hier haben wir kaum Kontakte. Wir haben in den letzten 7 Tagen vier Menschen eines Haushalts gesehen und das größtenteils draussen. Der bizzidad muss ins Büro, aber auch dort sind sehr viele Sicherheitsmaßnahmen und er war nun einige Tage im Homeoffice. Okay, dafür ist die Wohnung weniger geeignet. Wir verlassen die Wohnung nur mit Maske (Treppenhaus) und nur wir Eltern gehen kurz Einkaufen. Auf Dinge wie Essen gehen verzichten wir, nicht nur aus finanziellen Gründen, sondern auch wegen des Abstands. Wenn, bestellen/holen wir Essen.

Museen besuchen wir diesmal auch keine, einige meinte, Berlin habe so viel zu bieten. Wir kennen Berlin so gut, daher ist das kein Drama. Der Kleine würde gern ins „Dino-Museum“, ich überlege noch, wobei deren Sicherheitskonzept mir sehr gut erscheint. Spazieren gehen wir und gucken auch da auf Abstand.

Wir sind viel draussen

Wie geht es weiter?

Aktuell wissen wir es nicht und es macht mir richtig wörtlich Bauchschmerzen. Die Ferien enden in einer Woche. Ich möchte jetzt bei der Inzidenzzahl Zuhause (>100) auf keinen Fall, dass die Kinder in die Schule gehen. Mein Risiko ist da und besonders alleine mit den Kindern ist Abstand unmöglich. Die Kinder brauchen uns Eltern und wir brauchen uns. Familie und gemeinsame Zeit und „Normalität“ in dieser abstrusen Zeit.

Kürbissuppe – 2 von 3 Kindern lieben sie

Ich hoffe, wir finden eine Lösung, dass wir als Familie dann zusammen zurück kehren. Mir macht Homeschool keinen Stress, besonders beim Großen ist die digitale Schule richtig gut organisiert. Super-GAU für uns wäre, wenn der bizzidad oder wir getrennt in Quarantäne kämen. Nach Hause möchte ich auch nicht, weil im Haus akut Corona ist. Die Politik und die fehlenden Schutzmaßnahmen für Kinder und Lehrkräfte erschöpfen mich. Meiner Meinung nach sind die Infektionen nicht mehr wirklich verfolgbar und viele Menschen sind ganz normal in den Urlaub geflogen. Ganz viele reizen auch alles, was noch irgendwie erlaubt ist, voll aus.

*unbezahlte, unbeauftragte Werbung, Ortsnennung, Marken erkennbar, Markennennung, Verlinkung

4 Gedanken zu „Berlin-Leben auf Zeit – wir sind nicht „im Urlaub““

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

This site is protected by reCAPTCHA and the Google Privacy Policy and Terms of Service apply.