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Gastbeitrag: Langzeitstillen wie Bloggerin Susanne es erlebt

Ein Gastbeitrag von Susanne zum Thema Langzeitstillen

Ich freue mich, Euch heute erstmals einen Gastbeitrag präsentieren zu können, die Bloggerin Susanne vom Blog „Zuckerschnute – Familienkram und so“ erzählt über ihre Erfahrung mit dem Stillen, wie sie dann zum Langzeitstillen kam. Da ich selbst überzeugte Nicht-Stillerin bin, möchte ich trotzdem oder grade deshalb hier auch sehr positive und wichtige Erfahrungen zum Thema Stillen präsentieren, da mein eigener Weg eben mein Weg ist und Stillen sehr wichtig und sehr schön für Mama und Kind sein kann, wie es bei Susanne und vielen anderen Mamas ist, wo es zwar Schwierigkeiten geben kann, die zu überwinden versuchen sich sehr lohnt. Ganz lieben Dank an Susanne für den tollen Beitrag! 

 

Hallo, mein Name ist Susanne, ich bin 37 Jahre alt und Mutter zweier Kinder. Denise hat mich eingeladen, einen Gastartikel zum Thema „(Langzeit-)Stillen“ zu schreiben und dieser Einladung folge ich sehr gern. Wenn ich meinem 25-jährigen Ich erzählen könnte, dass ich heute diesen Artikel zu diesem Thema schreibe, wäre es vor Lachen wohl vom Stuhl gefallen. Stillen war für mich lange Zeit ein verborgenes Thema. Einerseits war es völlig normal und andererseits wollte ich damit nicht konfrontiert werden. Stillen in der Öffentlichkeit war für mich nahezu der Gipfel der Obszönität. Dafür könnte man doch nun wirklich aufs Klo gehen oder zu Hause bleiben!

 

Dann wurde ich schwanger und es war für mich völlig selbstverständlich, dass ich stillen würde. Natürlich zu Hause, im stillen Kämmerlein. Niemanden würde ich damit belästigen. 😉 Dass es Probleme beim Stillen geben könnte, kam mir dabei gar nicht in den Sinn.
Dann kam im Sommer 2012 meine Tochter zur Welt und noch im Kreißsaal wollte/sollte ich sie anlegen und siehe da … es ging irgendwie nicht. Naja, die nächsten Tage würde es sich schon einspielen. Die Hebammen und Krankenschwestern fragten immer wieder, ob sie mir helfen könnten und ich lehnte dankend ab. Wobei sollten sie mir schon helfen? Zwei Brüste hatte ich ja, ein Baby auch … was hätte also jemand für uns tun können? Ich erinnerte mich an einen Film den ich auf youtube gesehen hatte – „Stillen bis der Schulbus kommt“ hieß er und porträtierte Mütter, die ihre Kinder bis weit über die für mich üblichen ersten 6 Monate hinaus stillten. An diese Mütter musste ich bei fast jedem Anlegen denken, denn sie kamen mir immer seltsamer vor … wer tat sich freiwillig über viele Jahre diese Schmerzen an? 6 Monate kamen mir mittlerweile auch eher utopisch vor, aber eine Weile würde ich es noch versuchen. Dann kam es zu einem Gespräch mit einer mir sehr sympathischen Hebamme und aus irgendeinem Grund warf sie einen Blick auf meine Brustwarzen … und ihr standen Tränen in den Augen und sie vermutete – völlig zu Recht – dass ich wahnsinnige Schmerzen bei den bisherigen Stillversuchen gehabt haben musste. Meine Brustwarzen waren wund, offen, zum Teil blutverkrustet … Sie ließ sich von mir zeigen wie ich meine Tochter anlegte, korrigierte an der einen oder anderen Stelle und es wurde sofort merklich angenehmer. Ab da nahm meine Tochter zu und wir beide wurden zu Stillprofis.
Als meine Tochter 4 Wochen alt war, schloss ich mich einer wöchentlichen Stillgruppe an und hatte das Glück, dort auf eine sehr erfahrene und ausgeglichene Stillberaterin zu stoßen. Sie hatte immer ein waches Auge und offenes Ohr für alle möglichen Situation und Probleme und mit ihrer Hilfe lief das Stillen in allen möglichen Situationen und Lebenslagen relativ souverän. Und so stillten wir und stillten und stillten. Die Vorteile lagen für mich auf der Hand; alles immer griffbereit und in ausreichender Menge „am Mann“. Kein Abmessen, erwärmen, schütteln, desinfizieren … Natürlich gab es auch Nachteile, die ich aber nie als Einschränkung empfand: ich war durch nichts und niemanden zu ersetzen, weder in Abwesenheit noch in Krankheit. Gerade anfangs hatte ich mit dem einen oder anderen Milchstau zu kämpfen, während Autofahrten konnte die Kleine bestenfalls mit einem Nuckel beruhigt werden. Der wiederum sorgte irgendwann für eine Saugverwirrung … Meine Tochter war frühzeitig eine begeisterte Beikostesserin, stillte aber weiterhin leidenschaftlich gern und da meine Brüste mir längere Stillpausen problemlos verziehen, gelang uns die Eingewöhnung und mein beruflicher Wiedereinstieg nach einem Jahr parallel zur fortbestehenden Stillbeziehung. Und so stillte ich weiter und weiter und weiter. Lediglich nachts brachte mich der gestörte Schlaf durch die vielen Stillmahlzeiten trotz Familienbetts bald an meine Belastungsgrenze, doch da meine Tochter bereits verständig war, gelang uns das nächtliche Abstillen ohne Schwierigkeiten. Die durchaus kritischen Blicke und Nachfragen besonders aus dem familiären Umfeld ignorierte ich gekonnt und antwortete meist auf die Frage nach dem „wie lange noch“ ausdauernd mit „solange sie möchte“. Nachdem sie sich mit knapp 3 Jahren selbst den Nuckel abgewöhnen durfte und das bilderbuchmäßig funktionierte, war ich mir sicher, dass es mit dem Abstillen ähnlich reibungslos klappen würde. So feierten wir stillend den einen oder anderen Geburtstag meiner Tochter.
Als meine Tochter 3 Jahre alt war, wurde ich erneut schwanger und wegen anfänglicher Schmerzen beim Stillen, legten wir eine kurze Pause ein, die aber nur wenige Tage andauerte. Im Winter 2016 kam das Baby zur Welt und fortan stillte ich tandem, wenn auch mit der Vereinbarung „erst das Baby“! Und damit begann für mich eine schwierige Zeit, denn durch den direkten Vergleich beider Kinder, fühlte es sich für mich äußerst unangenehm an, dieses große Kind an meiner Brust zu sehen. Die früher geschätzte Nähe wurde mir plötzlich zu intim und so musste ich meine kleine Große bitten, dass sie sich vom Stillen verabschiedet. Sie war sehr traurig, versuchte aber tapfer zu sein und willigte ein und ohne es wirklich zu realisieren, wies mein Mann mich irgendwann darauf hin, dass unsere Tochter ihm traurig erzählte, dass sie nun schon ganz lange nicht mehr gestillt habe. Da erst fiel mir auf, dass das letzte Mal nun tatsächlich schon ca. 2 Wochen her war! Meine kleine Große hatte sich selbst abgestillt.
Die Stillbeziehung zu meinem mittlerweile fast 1 Jahr altem Sohn dauert noch an und ein baldiges Ende scheint auch bei ihm nicht in Sicht zu sein. Allerdings begann sie wesentlich holpriger als von mir vorab vermutet, war ich doch mittlerweile sehr erfahren auf dem Gebiet. Noch in der Klinik bekam er meine Brustwarze nicht richtig zu fassen und trank bestenfalls mit Stillhütchen einige wenige Schlucke. Zum Glück kam er mit einem sehr hohen Geburtsgewicht zur Welt, sodass man mich mit dem Zufüttern länger verschonte, aber in dieser Zeit stellte ich fest, dass ich meine Mutterschaft ganz stark mit der Fähigkeit des Stillens verbinde. Es geht mir nicht um die Verurteilung anderer Mütter oder Eltern, sondern ganz allein um mein Gefühl, dass ich meinem Kind das Beste in Form von Muttermilch und Nähe gebe. Und ich bin mir sicher, dass andere Eltern mit einem liebevollen Fläschchen mehr geben können als manch andere Mutter mit der Brust. Auch mein Kind wäre durch Muttermilchersatznahrung groß geworden und mindestens genauso geliebt, aber ich möchte stillen. Allerdings muss man sagen, dass all meine Stillprobleme schnell gelöst werden konnten, denn ich habe den guten Rat meiner Hebamme beherzigt und meinen Sohn immer in entspannten Situationen ohne Hütchen angelegt. So durfte er ohne Hütchen trinken, musste es aber nicht. Und innerhalb von 2 Tagen waren wir die Dinger glücklicherweise los. Ehrlich gesagt weiß ich nicht, wie der weitere Verlauf gewesen wäre, hätte dies nicht so flott geklappt! Denn ich ziehe wirklich meinen Hut vor allen Müttern, die mit Brusternährungssets, Pumpstillen usw. um jeden Tropfen Muttermilch kämpfen. Und auch ich weiß nicht, was jede einzelne flaschegebende Mutter dazu veranlasst und keine ist verpflichtet sich zu rechtfertigen.

4 Gedanken zu „Gastbeitrag: Langzeitstillen wie Bloggerin Susanne es erlebt“

  1. … und ich möchte jeder Mama mit Stillproblemen Mut machen: Du bist nicht allein! Manche Frauen und Babies sind Naturtalente, aber viele brauchen Starthilfe! Bitte kontaktiert eine Stillberaterin wenn's irgendwo hakt oder klemmt. Eine kleine Liste findet ihr hier: http://www.afs-stillen.de/afs-vor-ort/stillberatung.html#plz6Und es gibt eine Reihe stillverträglicher Medikamente, auch Antibiotika. Unter http://www.embryotox.de könnt ihr sie euch anzeigen lassen.

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