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Limits für Medienzeit der Kinder – 5 Gründe warum wir das garantiert nicht machen

*unbezahlte Werbung enthalten Aktuell lese ich viele Überschriften oder auch Tweets zu Empfehlungen zur Limitierung von Medienzeit bei Kinder. So wird laut gewarnt, wie schädlich „Medien“ denn nun für Kinder seien und auch in der aktuellen Ausnahmesituation.

„Medien“

Zunächst regt mich der pauschale Begriff „Medien“ und überhaupt die Verteufelung auf. Einfach mal alles schlecht machen. Medien = Medienkonsum. Ist die Toniebox oder tigerbox, auf der das Kind ein Hörbuch hört oder Musik „Medienkonsum“? Wir leben in einer ziemlich digitalen Zeit und ich bin sowieso der Auffassung, dass pauschale Verbote und Verurteilungen einfach nur kontraproduktiv sind. Es macht Eltern, die momentan sowieso beinahe alle nervlich am Limit sind, noch zusätzlich ein schlechtes Gewissen. Zu Medien gehören Abspielgeräte, Handys, Tablets, der PC und Fernseher.

Eltern stehen unter Druck

Grade sind alle Familien in einer noch nie da gewesenen Situation. Sicher sind Kinder in den Ferien Zuhause. Wenn die Eltern aber arbeiten müssen, gibt es Betreuungsangebote, Sport, Treffen mit Freunden und eben keinen Unterricht. Zur Zeit muss alles irgendwie unter einen Hut gebracht werden. Kinder und Eltern sind aus ihren Routinen gerissen, müssen Zuhause sein (oder sich zwischen Arbeitsplatz und Zuhause bewegen) und Betreuung fällt komplett weg. Dazu muss (zumindest bei uns) Schulstoff erarbeitet werden UND die Eltern arbeiten. Am selben Ort. Ausgleiche wie Sport und soziale Kontakte fallen weg. In Schulferien treffen meine Kinder andere Kinder oder wir haben Kinder hier. Ferien sind etwas ganz anderes.

Jetzt wird auf diese Situation noch oben drauf gepackt, dass die Kinder bloß nicht zuviel Medien nutzen sollen.

Seine Lieblingsbücher im Quiz bei Antolin

Ich finde Mediennutzung sinnvoll

1. Lernen

Hier sind Handy, iPads und Computer in dauerhafter Nutzung von fast allen Familienmitgliedern. Wir sind privilegiert, weil wir gut ausgestattet sind. Der Große macht seine „digitale Schule„, wie es der Name schon sagt, am PC. In diesem Moment guckt er übrigens das Video seiner Bratschenlehrerin, denn auch der Instrumentalunterricht ist digital. Daneben steht das iPad, darauf schreibt er Mails mit Nachfragen und übt mit Apps oder auf Lernseiten, wie von den Lehrern als Aufgabe gestellt. Auch der Mittlere soll auf Antolin seine Quizze zu Büchern machen und auf Anton üben.

Informatik ist sowieso am Computer

2. Sozialkontakte

Meine Kinder haben Freunde. Besonders der Große liebt und braucht den täglichen Austausch. Die Kinder reden in den Pausen und treffen sich. Normalerweise. Das fällt komplett weg. Also ist es ins Digitale gewechselt. Sie videotelefonieren über diverse Plattformen, je nachdem, wer welche nutzt. Ich merke, wie gut ihm das tut. Es wird geredet, gespielt und einfach ganz viel gelacht. Selbst der Mittlere hat begonnen, Freunde zu vermissen. Auch er hat gestern zweimal mit Freunden gefacetimed und ich hörte ihn so laut lachen. Irgendwann kam er lustig verkleidet zu mir, sie hatten Verkleiden gespielt. Freunde sind wichtig für die Kinder und so lange sie sich nicht „echt“ treffen dürfen eben über Medien. Selbst der Mittlere hat nun eine Emailadresse und mailt.

3. Information

Ich finde auch, dass Informationen wichtig sind. Beim Großen ist es sogar offizielle Aufgabe im Fach Politik, jeden Tag die Kindernachrichten Logo zu schauen. Auch sonst gibt es viele interessante Angebote mit kindgerechten Infos. Unsere Kinder sind in der jetzigen Lage mindestens genauso überfordert und angespannt wie wir. Auch ihr Alltag und Leben steht Kopf und ist voller Einschränkungen.

Nach Facetimen mit seinem Freund – sie haben sich verkleidet

4. Spass & Abschalten

Genauso okay finde ich aber, einfach abzuschalten. Die Kinder dürfen Abends ihre Serien gucken oder einfach auch mal digital spielen. Bei uns ist es tagsüber kein Thema, aber ich finde es auch legitim, wenn Kinder eben tagsüber spielen. Auch bei Computerspielen „lernt“ man etwas, ob Strategie oder Reaktion. Selbst, wenn man nichts lernt. Wir sind alle extrem angespannt. Ich finde es gut und wichtig, einfach mal etwas „Sinnloses“ machen zu dürfen. Den Alltag und Stress vergessen.

5. psychischer Zustand

Und überhaupt, es ist ALLES legitim, was Eurer seelischen Verfassung grade hilft. Eltern gehen momentan weit über ihre Limits hinaus. Wenn Medien helfen: nutzt sie! Dasselbe gilt für Eure Kinder. Wenn Ihr nicht das Gefühl habt, dass die Mediennutzung Eurem Kind schadet, ist es super. Meinen Kindern tut es eher gut, einfach abzuschalten (siehe oben).

Medienzeiten?

Ich weiß von vielen Familien, bei denen bestimmte Zeiten oder die Dauer festgelegt sind. Da muss einfach jede Familie ihren Weg finden. Manche Kinder sind sonst ggf. vom Handy oder Tablet nicht mehr weg zu bekommen. Das Problem gibt es hier bisher nicht. Die Kinder fragen eigentlich, bevor sie etwas wie Spielen oder Netflix gucken machen. Zumindest bei meinen Kindern glaube ich noch an eine Selbstregulation. Außerdem finde ich es schwierig, zu unterscheiden, wieviel Zeit für welchen Aspekt gebraucht wird.

Der Mittlere (und der Kleine) sitzen bei mir am Esstisch

Toben, Spielen und Spaß

Die Kinder machen ihre Schulsachen und spielen sonst ganz viel und sehr kreativ. Sie bauen sich Phantasiewelten, spielen Rollenspiele und toben wild durch den Garten. Wir reden alle miteinander, die Großen lesen Bücher und üben ihre Instrumente. „Medien“ nehmen meiner Meinung nach einen kleinen Teil ihres Alltags ein. Solange sie so viel kreativ spielen, sehe ich sowieso kein Problem.

Zusammen spielen

Ausnahmesituationen verlangen Ausnahmen

Genauso in Ordnung finde ich aber momentan TV oder Spiele am Tablet als „Babysitter“. Wirklich schlimm finde ich es in Maßen auch sonst nie. Eltern (und Kinder) brauchen Auszeiten. Wir leben in einer Ausnahmesituation unbestimmter Zeit mit unterschiedlich ausgeprägter psychischer Belastung. Wenn Eltern einfach mal eine Tür hinter sich schließen wollen und einen Kaffee trinken oder ohne „Mamaaaaaa!!!“ Ruf sein wollen, warum nicht die Kinder etwas gucken lassen?

Abschalten und Auszeiten tun am Ende allen gut. Man darf nicht nur wegen Arbeit die Kinder mal irgendwo parken. Wir haben den Luxus eines Gartens und einer großen Wohnung mit Rückzugsmöglichkeiten für alle. Jedes Kind hat ein Zimmer, ich auch, jeder kann eine Tür hinter sich zu machen. So geht es aber nicht allen.

Spielwelten entstehen, die drei bauen zusammen Lego

Irgendwie durchhalten – ohne schlechtes Gewissen

Achtet auf EUCH! Lasst Euch kein schlechtes Gewissen einreden, weil Ihr für Eure psychische Situation Auszeiten braucht und die Kinder dann eben mal x Stunden fernsehen. Das ist jetzt halt so. Hier gibts auch möglichst Lieblingsessen der Kinder und häufig mal eine kleine Süßigkeit (aber auch mehr Obst als sonst). Die Coronakrise ist eine Krise und keine Schulferien. Die Kinder und wir alle müssen so viel leisten, über das normale Maß hinaus. Man darf auch einfach mal nicht mehr können. Wenn Euch oder Ihnen gut tut, wenn Eure Kinder Computerspiele spielen oder ihre Lieblingssendung zu gucken, dann ist es gut. Medieneinsatz muss nicht immer „sinnvoll“ sein. So viele andere Dinge, die man sonst zusammen macht, draussen, Freunde treffen und Sozialkontakte fallen weg. Wenn man nicht den ganzen Tag mit den Kindern spielen, backen, basteln oder vorlesen will (externer Link zu Ideen play at home.org*), ist das völlig in Ordnung und richtig so für Euch.

Wie läuft es bei Euch?

Licht und Auszeiten

*unbezahlte Werbung, Marken erkennbar, Markennennung, Verlinkung. Die verlinkte Seite ist nicht kommerziell, aber ein Angebot einer Agentur. Ich teile diesen Link, weil ich die Idee gut finde, ohne jegliche Bezahlung oder sonstige Vergütung.

7 Gedanken zu „Limits für Medienzeit der Kinder – 5 Gründe warum wir das garantiert nicht machen“

  1. Wir haben Einschränkungen in Bezug auf Konsole und Spiele auf Handy und App. Chatten mit Freunden ist (gerade derzeit) immer erlaubt und natürlich auch lernen.
    Aber wir merken es immer wieder: Unsere Kinder sind nach zu viel Spielen an Konsole und Co. deutlicher unausgeglichener als sonst. Sie dürfen Wochenende in der Hinsicht daher deutlich mehr frei drehen, als unterhalb der Woche und sollen selbständig auch für Ausgleich sorgen. Das gelingt ihnen ganz gut, so lange sie ihre sportlichen Aktivitäten haben. Die fallen aber derzeit leider weg und so können sie ihren hohen Bewegungsdrang leider nur schwer ausleben und kompensieren. Da wirkt dann zu viel Konsole leider eher negativ auf sie, weil sie noch mehr Energie anstauen und diese schwer ablassen können. Die täglich langen Spaziergänge helfen da leider auch nur bedingt.

    1. Ich meinte hier auch echt nur unseren Weg. Es ist aus dem Alltag so drin, dass nicht die ganze Zeit oder tagsüber Tablet oder Handy gespielt wird, dass auch keiner fragt. Weil die Kinder den ganzen Tag Medien zwar nutzen, aber eben meistens mit einem Zweck, limitieren wir nichts. Mir gehts hauptsächlich darum, dass es mich richtig wütend macht, dass grade Eltern ein schlechtes Gewissen gemacht wird, wieviel ihre Kinder Medien nutzen. Da muss jede Familie gucken, was für sie funktioniert. Ohne Vorhaltungen oder Vorgaben. Diese Pauschalisierungen nerven und wie gesagt, ich hasse es, wenn geurteilt wird. Ziemlich alle Eltern sind am Limit bzw. drüber hinaus. Da ist alles legitim, was die Situation aushaltbarer macht. Wir haben hier Platz, Garten und jeder ein Zimmer. Die Vorraussetzungen in einer 2-Zimmer-Wohnung sind anders. Aber auch jemand in einem riesigen Haus mit parkartigem Grundstück „darf“ Medien so zulassen, wie es für die Familie passt. Wir sind hier halt alle keine Sportler. Die Jungs schwimmen normalerweise, aber das entfällt (bis auf den Chlorduft im Bad, da ich zur Zeit vom Öko-Reiniger auf giftigen gewechselt bin). Alles Liebe für Euch!

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